Posts mit dem Label Deutsches Kino werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Deutsches Kino werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
19. Mai 2013
Fernsehhinweis: Die endlose Nacht (Will Tremper)
abgeheftet unter:
1960er,
Deutsches Kino,
TV,
will tremper
9. Juni 2012
Fassbinder im CHB
Revolver erinnert an eine prominent und international besetzte Veranstaltung aus der "Hands on Fassbinder"-Reihe am kommenden Sonntag im Collegium Hungaricum.
Bei arte läuft unterdessen die Fassbinder-Hommage, die offenbar nach und nach auch in der Mediathek des Senders landen.
Bei arte läuft unterdessen die Fassbinder-Hommage, die offenbar nach und nach auch in der Mediathek des Senders landen.
abgeheftet unter:
chb,
Deutsches Kino,
Diskussion,
fassbinder,
filmwissenschaft
20. April 2012
"Die endlose Nacht" (Will Tremper) im Filmkunst '66.
Nachdem das .HBC am kommenden Montag den raren Lemke-Film Liebe, so schön wie Liebe zeigt (siehe Hinweis hier), zeigt das Filmkunst 66 am darauffolgenden Dienstag eine weitere Rarität des bundesdeutschen Kinos jenseits der Fronten von "Papas Kino" und "Oberhausener Kino": Die endlose Nacht von Will Tremper. Als Abendgast wird Hannelore Elsner die Vorführung besuchen. Hier weitere Infos auf der Website des Kinos, hier beim Filmportal. Eine zeitgenössische Reportage über den Film finden wir in den Archiven des Spiegels.
Bei den Eskalierenden Träumen listet Christoph den Film unter seinen Lieblingsfilmen des deutschen Kinos - ein Urteil, auf das in dem Zusammenhang viel zu geben ist. Rainer Knepperges schrieb in SigiGötz Entertainment über den Film »Der nie kopierte Prototyp eines wirklich neuen deutschen Films. Nebel über Tempelhof, das war der (bessere) Arbeitstitel. Nicht »endlos« ist diese Nacht im Flughafen, sondern ewig gegenwärtig, als stünde die Zeit still. Improvisiertes Monumentalkino in Schwarz-weiß und Ultrascope, als läge Berlin in Italien. Mit Harald Leipnitz (Tremper: »mein Jack Palance«).« (gefunden bei newfilmkritik)

Bei den Eskalierenden Träumen listet Christoph den Film unter seinen Lieblingsfilmen des deutschen Kinos - ein Urteil, auf das in dem Zusammenhang viel zu geben ist. Rainer Knepperges schrieb in SigiGötz Entertainment über den Film »Der nie kopierte Prototyp eines wirklich neuen deutschen Films. Nebel über Tempelhof, das war der (bessere) Arbeitstitel. Nicht »endlos« ist diese Nacht im Flughafen, sondern ewig gegenwärtig, als stünde die Zeit still. Improvisiertes Monumentalkino in Schwarz-weiß und Ultrascope, als läge Berlin in Italien. Mit Harald Leipnitz (Tremper: »mein Jack Palance«).« (gefunden bei newfilmkritik)

abgeheftet unter:
1960er,
Deutsches Kino,
filmkunst 66,
hannelore elsner,
kino,
will tremper
17. April 2012
Klaus Lemke: Liebe, so schön wie Liebe.
Das im .HBC in den ehemaligen Räumlichkeiten des Kino Balasz gastierende Campingplatzkino (facebook) zeigt kommenden Montag als Abschluss seiner schönen Low-Budget-Cinema-Reihe den selten zu sehenden frühen Lemke-Film Liebe, so schön wie Liebe. Die Reihe zeigt meines Wissens ausschließlich DVDs, dafür war der Eintritt mit 3 Euro bislang auch immer sehr günstig. Hier der Programmhinweis bei Facebook und einen Teaser gibt es noch dazu:
abgeheftet unter:
campingplatzkino,
Deutsches Kino,
HBC,
kino,
klaus lemke
23. Februar 2012
Will Trempers "Playgirl" im Bundesplatzkino.
Von Michael Baute schnappe ich gerade den Hinweis auf, dass Will Trempers schöner Berlinfilm "Playgirl" am kommenden Sonntag in einer Matinéevorführung im Bundesplatzkino zu sehen ist. Auch von Michael Baute stammt dieser schöne Text über den Film.
Michaels Empfehlung schließe ich mich natürlich an: Ein wunderbarer Film, der auch aufzeigt, welche heterogenen Praxen in der deutschen Filmgeschichte schlummern oder möglich waren, zumal aus heutiger Perspektive, die den deutschen Film gerne klar in zwei antagonistische Lager teilt (Opa/Obernhausen), enorm spannend.
Michaels Empfehlung schließe ich mich natürlich an: Ein wunderbarer Film, der auch aufzeigt, welche heterogenen Praxen in der deutschen Filmgeschichte schlummern oder möglich waren, zumal aus heutiger Perspektive, die den deutschen Film gerne klar in zwei antagonistische Lager teilt (Opa/Obernhausen), enorm spannend.
abgeheftet unter:
1960er,
bundesplatzkino,
Deutsches Kino,
kino,
will tremper
11. Dezember 2011
Humboldt Meetings 1: Christoph Hochhäusler.
Am 12. Dezember findet an der Humboldt-Universität die erste Veranstaltung der Reihe "Humboldt Meetings" statt, Gast: Christoph Hochhäusler. Auch die weiteren Termine der Reihe sind interessant, erwartet werden u.a. Angela Schanelec und Harun Farocki.
Weitere Informationen von hier:
Weitere Informationen von hier:
12. Dezember 2011, 20:00 Uhr
Christoph Hochhäusler (geboren 1972) ist einer der Hauptprotagonisten der sogenannten Berliner Schule, die in den vergangenen Jahren durch diverse Auszeichnungen und Film-Festivals ein weltweites Renommee gewonnen hat.
Dorotheenstraße 26, Hörsaal 207
Hochhäusler studierte von 1996 bis 2004 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Derzeit lebt und arbeitet er in Berlin, wo er 1998 die führende Filmzeitschrift Revolver mitbegründete. Er ist Autor dreier Spielfilme, Milchwald (2003), Falscher Bekenner (2005) sowie Unter dir die Stadt (2010), der im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes aufgrund seiner außerordentlichen narrativen Kraft und seiner scharfen Sozialkritik enthusiastische Rezensionen erhielt.
Um 20.00 Uhr wird Christoph Hochhäusler Ausschnitte seiner Filme vorstellen und anschließend ab 21.00 Uhr in einem öffentlichen Dialog auf Fragen des Publikums eingehen.
Er eröffnet mit diesem Abend die Künstlergesprächsreihe HUMBOLDT MEETINGS, zu der in diesem Semester Angela Schanelec (10. Januar 2012), Artur Zmijewski (23. Januar), Anne Tismer (31. Januar), Thomas Ostermeier (7. Februar) und Harun Farocki (21. Februar) zu offenen Gesprächen am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin eingeladen sind.
Die Gesprächsreihe wird organisiert von
Régis Michel, Rudolf Arnheim Gastprofessor 2011/12
und Katharina Lee Chichester
HUMBOLDT MEETINGS ist eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin
www.kunstgeschichte.hu-berlin.de
abgeheftet unter:
berliner schule,
christoph hochhäusler,
Deutsches Kino,
Diskussion
24. Juni 2011
Filmschau Werner Herzog im Zeughauskino
Ein Höhepunkt des Kinosommers: Heute Abend beginnt eine umfangreiche Filmschau zum Werk Werner Herzogs im Zeughauskino. Den Anfang machen sein erster Spielfilm Lebenszeichen und Aguirre, der Zorn Gottes. Es folgen die zentralen Werke der Siebziger und zahlreiche jüngere Arbeiten. Auch My Son, My Son, What Have Ye Done, der jüngste Spielfilm des Regisseurs, der bislang noch keinen Starttermin für eine Kinoauswertung erhalten hat, ist im Programm vertreten. Einige der neueren Arbeiten werden in digitalen Versionen gezeigt. Wirklich ärgerlich ist in dieser Hinsicht allerdings nur eine DVD-Projektion von - ausgerechnet - dem mir vielleicht liebsten Herzog-Film Grizzly Man.
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
Dokumentarfilm,
Retrospektive,
werner herzog,
Zeughauskino
11. Januar 2011
Werkschau Rudolf Thome im Tilsiter.
Die Tilsiter Lichtspiele in Friedrichshain bleiben auch weiterhin ein ganz heißer Kandidat für den Titel "Unbekanntestes bestes Programmkino der Stadt". Pünktlich zum Kinostart von Rudolf Thomes neuem Film Das Rote Zimmer (den ich allen gerne empfehlen möchte!) beginnt das sympathische Kino mit einer 13 Filme umfassenden Werkschau des Regisseurs. Gezeigt werden Filme aus dessen ganz früher, mittleren und späten Schaffensphase. Zahlreiches Videomaterial zur Inspiration findet sich in Thomes YouTube-Channel.
Außerdem gibt's am 15 Januar nach der 20-Uhr-Vorführung von Das Rote Zimmer ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur.

Foto: Rudolf Thome
Außerdem gibt's am 15 Januar nach der 20-Uhr-Vorführung von Das Rote Zimmer ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur.
Foto: Rudolf Thome
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
kino,
Retrospektive,
Rudolf Thome,
tilsiter lichtspiele
15. November 2010
Ulli Lommel spricht.
Vermutlich dürfte das nur Lukas und mich interessieren, aber just for the hell of it: Der HR hat sich knapp eine Viertelstunde mit Ulli Lommel unterhalten, dem derzeit in Wiesbaden eine Hommage gewidmet ist.
Das Gespräch kann man sich aus dem Podcast des Senders downloaden.
Das Gespräch kann man sich aus dem Podcast des Senders downloaden.
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
radio,
ulli lommel
12. November 2010
Teampremiere "Das Rote Zimmer"
Rudolf Thome lädt auf seiner Website zur morgigen Teampremiere seines neuen Films Das Rote Zimmer in Berlin:
Die Teampremiere von "DAS ROTE ZIMMER" ist am Samstag, den 13. November um 11.00 Uhr im Delphi-Kino. Alle Moana-Tagebuch-Leser sind dazu herzlich eingeladen und sie dürfen soviele Freundinnen oder Freunde dazu mitbringen, wie sie gerne wollen. Das Kino hat 700 Plätze. Danach gibt es Prosecco.
abgeheftet unter:
Delphi,
Deutsches Kino,
kino,
Rudolf Thome
10. November 2010
Wolfgang Büld reagiert auf Klaus Lemke.
Es ist interessant zu sehen, wie deutsche Filmemacher auf Klaus Lemkes Manifest reagieren, zumal wenn sie aus sehr unterschiedlichen Bereichen stammen. Hier beispielsweise Christoph Hochhäusler, der sich mit seinen Filmen allen einzelnen Schwierigkeiten zum Trotz zumindest prinzipiell eher im "förderungswürdigen" Bereich bewegt (dabei aber selbst keine der brav zu Tode geförderten Filme dreht, die Lemke attackiert), im folgenden dann aber (mit Genehmigung) dokumentiert die Reaktion von Wolfgang Büld, der mit seinen Filmen auf Förderung von vornherein nicht hoffen kann.
Wolfgang Büld entstammt, wie sein "Filmschulen-Klassenkamerad" Dominik Graf, einer Generation von hiesigen Filmemachern, die für den deutschen Autorenfilm eine Nuance zu spät gekommen sind und sich zu diesem, wenn schon nicht in offener Opposition (wie etwa Roland Klick), so doch in abweichender Position verorten. Beide haben Münchner Stallgeruch und sind näher an Lemke. Bekannt wurde Büld für seine in den 70ern gedrehte Punkdokumentation Punk in London, deren schlechte Abmischung so berüchtigt wie passend ist. Graf und Büld drehten beide Filme, die auf der NDW-Welle ritten: Drei gegen Drei mit "Trio" bei Graf, Gib Gas - ich will Spaß mit Nena von Büld. Der deutschen Komödie blieb Büld zunächst treu: Es folgte der tatsächlich so betitelte Formel Eins Film und einige frühe Beiträge zur deutschen Komödie der 90er mit Go, Trabi, Go 2 und Manta, Manta (letzterer machte Til Schweiger über Nacht zum Star). In den letzten Jahren trat Büld mit sehr kostengünstig entstandenen, wirtschaftlich aber effektiven, inhaltlich krass obsessiven Exploitationfilme wie z.B. Penetration Angst und Twisted Sister in Erscheinung, deren Dreckigkeit auch Dominik Graf regelmäßig anerkennend als Beispiele anführt.
Im folgenden per copy/paste und kommentarlos dokumentiert
WOLFGANG BÜLDS UNGEORDNETE GEDANKEN ZUM HAMBURGER MANIFEST VON KLAUS LEMKE
Meiner Ansicht nach verhält es sich mit Lemkes Manifest wie mit dem Buch von Sarrazin: Es ist in seinen Schlussfolgerungen abenteuerlich, faktisch manchmal schlichtweg falsch (z.B. hat nicht Deutschland, sondern Südamerika die schönsten Frauen), aber es regt zu einer lange überfälligen Diskussion an.
Klaus geht nur auf den kreativen Notstand ein, nicht jedoch auf das wirtschaftliche Umfeld. Wir besitzen eine saturierte Filmwirtschaft, die es sich mit den mehr als 300 Millionen Staatsgeld im Jahr gut gehen lässt und dazu noch behauptet, der deutsche Film stände finanziell blendend da. In Wirklichkeit hängt die Branche, die sich so gerne und so erfolglos einen glamourösen Anschein geben würde, hilflos an der Nabelschnur staatlicher Subventionen. Ähnlich wie die Steinkohle und die Landwirtschaft. Ein einfaches Rechenexempel: Ein Film mit 1.000.000 Besuchern spielt an der Kasse ca. 7.000.000.- ein, dabei bleibt etwa die Hälfte beim Kino, die verbleibenden 3.500.000.- teilen sich Verleih und Produzent, so dass bei dem gerade mal 1.750.000.- hängen blieben, gingen davon nicht noch Verleihvorkosten- und Garantie ab. Also im Endeffekt kaum was. Da die TV Lizenz gewöhnlich zur Finanzierung gehört, die DVD Preise erodieren und Deutschland im Filmexport noch nicht einmal Weltmeister der Herzen ist, sind auch sonst kaum nennenswerte Einkünfte zu erwarten. Da deutsche Filme mit über einer Millionen Besucher die Ausnahme sind, kann man sich ausrechnen, wie das bei 100.000 oder 10.000 Besuchern der Fall ist, was eher die Regel ist. Dank der großzügig verschenkten Steuermillionen kosten deutsche Filme allerdings gewöhnlich ein paar Millionen. Das ist ganz im Sinne der Produzenten, denn die Förderungen richten sich nach dem Budget, d.h. jede Einsparung vermindert die Fördersumme. Inwieweit sich die Filmförderung durch eingenommene Einkommens- und Mehrwertsteuer etc. für den Staat rechnet, kann ich nicht beurteilen. Ansonsten kann man den Wert nur arbeitsmarkttechnisch und als Standortpolitik positiv beurteilen. Sieht man es als Kulturförderung, so kann man feststellen, dass bei vielen Subventionsfilmen jede Kinokarte höher bezuschusst wird, als der teuerste Operplatz (in HH z.Z. 114.- Euro).
Wenn man die minoritären Co-Produktionen vom angeblich so hohen Besucheranteil deutscher Filme abzieht, so sieht man deutlich, dass der immer dann in den Keller geht, wenn in dem Quartal keine Komödie von Til Schweiger, Bully Herwig oder Otto oder eine Großproduktion der Constantin läuft. Das sind die einzigen Filme, die schwarze Zahlen schreiben und auch noch gedreht würden, wenn die Förderungen, wie von Klaus gefordert, gestrichen würden. Und der Rest? Viele Filme würden ihre Erstausstrahlung im TV erfahren (wo sie gewöhnlich hingehören), der Rest würde nicht gedreht. Und wer würde das bemerken? Die Macher und die Filmbranche natürlich. Das Fernsehen ist inzwischen ‚erwachsen’ geworden und macht mehr Quote mit eigenen Filmen und Formaten, als mit der Ausstrahlung deutscher Kinofilme (Ausnahme: Die o.g. vier). Die Kinobetreiber könnten die Lücke leicht mit internationalen Filmen füllen, der ‚normale’ Kinobesucher würde es nicht bemerken und ein paar tausend Leute wären wohl traurig.
Den von Klaus prognostizierten Ausbruch an Kreativität und die These, Hollywood zu schlagen, halte ich für utopisch.
Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist, dass durch jahrzehntelange Staatsfinanzierung eine eklatante Wettbewerbsverzerrung vorgenommen wurde. Produzenten lernten es, nicht für den Markt, sondern für die Gremien zu produzieren. Wo gibt es denn außer Eichinger noch wagemutige Produzenten, wie es Wendland, Waldleitner, Hartwig, Seitz und Brauner zu ihrer Zeit waren? Heute sind Produzenten in der Regel Formularausfüller, die Projekte an Hand von Förderungslandkarten, anstatt von Stoffen anpacken. Und das beeinflusst natürlich auch Autoren und Regisseure, bzw. nur die bekommen eine Chance, die systemkompatibel denken.
Eine ähnliche Entwicklung ist leider auch in Frankreich zu sehen, wo der Film mit 600 Millionen im Jahr zu Tode gefördert wird. Wo sind denn seit Jahren die wegweisenden französischen Filme, für die wir uns früher begeistert haben? International existiert der französische Film doch fast nur noch in Form von Luc Besson Produktionen.
Diese Entwicklung ist leider nicht so einfach rückgängig zu machen, das wäre so, als wenn man von einem Tag auf den anderen alle nicht erneuerbaren Energieerzeuger abstellen würde.
Vor ca. 30 Jahren, als es noch nicht zu spät war, verfasste ich deswegen mit Eckhart Schmidt das ‚Münchener Manifest’ mit einer ähnlichen Aussage wie Lemke. Ich habe es nicht mehr vorliegen, kann mich aber erinnern, dass es ziemlich radikal war und wir z.B. Berufsverbot für die ‚Oberhausener’ verlangten. Damals wollte es außer uns niemand unterschreiben, noch nicht einmal Klaus.
Tragisch und für mich unerklärlich ist, dass der deutsche Kinozuschauer einen sehr homogenen Geschmack zu haben scheint: Außer Familie, Fantasy und Komödie läuft gar nichts, dazu müssen Hits alle ab 12 sein, ab 16 wird’s kritisch und ab 18 läuft gar nichts mehr! Das ist in keinem anderen Land (das ich kenne) so. In den USA können Genrefilme wie Zombieland, Paranormal Activity oder The Last Exorcism am ersten Wochenende ihre Herstellungskosten einspielen, bei uns landen sie unter ferner liefen. Dass Resident Evil z.Z. so erfolgreich ist, liegt am 3D Boom. Hätte 3D auf dem Plakat gestanden, wären bestimmt auch Millionen in Jud Süß und Henri IV gerannt. Beim TV sieht es nicht anders aus, hochgelobte und brillante Serien aus USA und UK wie ‚Life on Mars’, ‚Sopranos’ und ‚Dexter’ floppen bei uns, andere kommen gar nicht erst ins Programm wie ‚The Wire’ und ‚The Shield’.
Klaus Forderung, für seine Filme das Haus der Oma heimlich zu verpfänden, würde die arme Großmutter unweigerlich in die Obdachlosigkeit treiben. Durch die Blockbustermentalität ist es unmöglich geworden, einen noch so billigen, professionellen Film im Kino zu refinanzieren. Sleeper gibt es leider nicht mehr in Deutschland. Ausnahmen bestimmen die Regel. Lemke selber bekommt seine Filme im Spätprogramm des öffentlich-rechtlichen TV unter, wo sie z.T. über eine Millionen Zuschauer haben. Doch solche Nischen sind sehr selten geworden. Bei den Privaten gibt es sie gar nicht, denn diese Sendeplätze hat sich Ober-Oberhausener Alexander Kluge mit seiner DTCP unter den Nagel gerissen. Sehr interessant dazu: R.Schawinski, ‚Lizenz zum Geld drucken’ in ‚Die TV-Falle’.
Letzte Woche sah ich zwei weitere Beispiele selbst finanzierter Filme. Beim Filmfest HH lief vor 1000 begeisterten Zuschauern ‚Pete the Heat’ von Henna Peschel, der noch nicht einmal Geld fürs Catering ausgegeben haben soll. In hamburger Programmkinos dürfte er auch noch in vielen Jahren das Spätprogramm bereichern und der Break-even war bereits mit der ersten verkauften Karte erreicht.
Gleichzeitig lief bundesweit ‚Die Entbehrlichen’ an, ein bedrückendes Sozialdrama von Andreas Arnstedt – komplett selber finanziert. Während Klaus und Henna meist mit enthusiastischen Laien arbeiten, die auch gerne noch kostenlos die eigene Wohnung, das eigene Auto und die eigene Freundin selbstlos mit einbringen, drehte Andreas mit hochkarätigen Profis auf Rückstellung. Der Film lief auf über 30 internationalen Festivals und gewann dort mehr als 20 Preise. Um so erstaunlicher, dass er es noch nicht einmal die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis schaffte. Vielleicht, weil Arnstedt sich nicht an die Regeln hielt und lieber in die eigene Tasche griff, als den Staat zu fragen?
Ich selber habe im UK drei Genrefilme (Schwarze Komödie, Horror, Psychothriller) unter professionellen Bedingungen für je unter 100.000 Euro produziert. Die kamen durch die weltweite DVD Auswertung wieder rein. Doch seit der globalen DSL Einführung ist der DVD Markt tot. Ich wünsche mir die Scharia für Piraten (Hand ab, Ohren ab, Augen raus), werde sie aber leider nicht durchsetzen können.
Klaus Lemke lebt für seine Filme in einer selbstverordneten Askese, die jedem buddhistischen Bettelmönch die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Das ist nicht jedermanns Sache (meine z.B. nicht) und ich kann meine Ideen auch nicht mit Laien für kein Geld drehen. Und der von Klaus genannte und von uns beiden bewunderte Dominik Graf hat mehrfach bewiesen, dass seine Meisterwerke nicht mit dem Häuschen seiner Oma zu finanzieren wären, noch nicht einmal mit der Villa seines Produzenten.
Bis jetzt hat sich noch kein Weg gefunden, wie man im Internet kostendeckend Low Budget Filme (keine No Budget Filme!!!) vermarkten kann. Klar kann man seine Werke in Netz stellen, ein Clip mit Ausschnitten eines meiner Filme hat mehr als 1.000.000 Clicks bei YouTube, aber ich sehe keinen Cent davon.
Deswegen, wenn man von mir eine positive Perspektive erwartet – ich habe keine. Wenn jemand eine hat, soll er sich bitte bei mir melden.
Wolfgang Büld entstammt, wie sein "Filmschulen-Klassenkamerad" Dominik Graf, einer Generation von hiesigen Filmemachern, die für den deutschen Autorenfilm eine Nuance zu spät gekommen sind und sich zu diesem, wenn schon nicht in offener Opposition (wie etwa Roland Klick), so doch in abweichender Position verorten. Beide haben Münchner Stallgeruch und sind näher an Lemke. Bekannt wurde Büld für seine in den 70ern gedrehte Punkdokumentation Punk in London, deren schlechte Abmischung so berüchtigt wie passend ist. Graf und Büld drehten beide Filme, die auf der NDW-Welle ritten: Drei gegen Drei mit "Trio" bei Graf, Gib Gas - ich will Spaß mit Nena von Büld. Der deutschen Komödie blieb Büld zunächst treu: Es folgte der tatsächlich so betitelte Formel Eins Film und einige frühe Beiträge zur deutschen Komödie der 90er mit Go, Trabi, Go 2 und Manta, Manta (letzterer machte Til Schweiger über Nacht zum Star). In den letzten Jahren trat Büld mit sehr kostengünstig entstandenen, wirtschaftlich aber effektiven, inhaltlich krass obsessiven Exploitationfilme wie z.B. Penetration Angst und Twisted Sister in Erscheinung, deren Dreckigkeit auch Dominik Graf regelmäßig anerkennend als Beispiele anführt.
Im folgenden per copy/paste und kommentarlos dokumentiert
WOLFGANG BÜLDS UNGEORDNETE GEDANKEN ZUM HAMBURGER MANIFEST VON KLAUS LEMKE
Meiner Ansicht nach verhält es sich mit Lemkes Manifest wie mit dem Buch von Sarrazin: Es ist in seinen Schlussfolgerungen abenteuerlich, faktisch manchmal schlichtweg falsch (z.B. hat nicht Deutschland, sondern Südamerika die schönsten Frauen), aber es regt zu einer lange überfälligen Diskussion an.
Klaus geht nur auf den kreativen Notstand ein, nicht jedoch auf das wirtschaftliche Umfeld. Wir besitzen eine saturierte Filmwirtschaft, die es sich mit den mehr als 300 Millionen Staatsgeld im Jahr gut gehen lässt und dazu noch behauptet, der deutsche Film stände finanziell blendend da. In Wirklichkeit hängt die Branche, die sich so gerne und so erfolglos einen glamourösen Anschein geben würde, hilflos an der Nabelschnur staatlicher Subventionen. Ähnlich wie die Steinkohle und die Landwirtschaft. Ein einfaches Rechenexempel: Ein Film mit 1.000.000 Besuchern spielt an der Kasse ca. 7.000.000.- ein, dabei bleibt etwa die Hälfte beim Kino, die verbleibenden 3.500.000.- teilen sich Verleih und Produzent, so dass bei dem gerade mal 1.750.000.- hängen blieben, gingen davon nicht noch Verleihvorkosten- und Garantie ab. Also im Endeffekt kaum was. Da die TV Lizenz gewöhnlich zur Finanzierung gehört, die DVD Preise erodieren und Deutschland im Filmexport noch nicht einmal Weltmeister der Herzen ist, sind auch sonst kaum nennenswerte Einkünfte zu erwarten. Da deutsche Filme mit über einer Millionen Besucher die Ausnahme sind, kann man sich ausrechnen, wie das bei 100.000 oder 10.000 Besuchern der Fall ist, was eher die Regel ist. Dank der großzügig verschenkten Steuermillionen kosten deutsche Filme allerdings gewöhnlich ein paar Millionen. Das ist ganz im Sinne der Produzenten, denn die Förderungen richten sich nach dem Budget, d.h. jede Einsparung vermindert die Fördersumme. Inwieweit sich die Filmförderung durch eingenommene Einkommens- und Mehrwertsteuer etc. für den Staat rechnet, kann ich nicht beurteilen. Ansonsten kann man den Wert nur arbeitsmarkttechnisch und als Standortpolitik positiv beurteilen. Sieht man es als Kulturförderung, so kann man feststellen, dass bei vielen Subventionsfilmen jede Kinokarte höher bezuschusst wird, als der teuerste Operplatz (in HH z.Z. 114.- Euro).
Wenn man die minoritären Co-Produktionen vom angeblich so hohen Besucheranteil deutscher Filme abzieht, so sieht man deutlich, dass der immer dann in den Keller geht, wenn in dem Quartal keine Komödie von Til Schweiger, Bully Herwig oder Otto oder eine Großproduktion der Constantin läuft. Das sind die einzigen Filme, die schwarze Zahlen schreiben und auch noch gedreht würden, wenn die Förderungen, wie von Klaus gefordert, gestrichen würden. Und der Rest? Viele Filme würden ihre Erstausstrahlung im TV erfahren (wo sie gewöhnlich hingehören), der Rest würde nicht gedreht. Und wer würde das bemerken? Die Macher und die Filmbranche natürlich. Das Fernsehen ist inzwischen ‚erwachsen’ geworden und macht mehr Quote mit eigenen Filmen und Formaten, als mit der Ausstrahlung deutscher Kinofilme (Ausnahme: Die o.g. vier). Die Kinobetreiber könnten die Lücke leicht mit internationalen Filmen füllen, der ‚normale’ Kinobesucher würde es nicht bemerken und ein paar tausend Leute wären wohl traurig.
Den von Klaus prognostizierten Ausbruch an Kreativität und die These, Hollywood zu schlagen, halte ich für utopisch.
Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist, dass durch jahrzehntelange Staatsfinanzierung eine eklatante Wettbewerbsverzerrung vorgenommen wurde. Produzenten lernten es, nicht für den Markt, sondern für die Gremien zu produzieren. Wo gibt es denn außer Eichinger noch wagemutige Produzenten, wie es Wendland, Waldleitner, Hartwig, Seitz und Brauner zu ihrer Zeit waren? Heute sind Produzenten in der Regel Formularausfüller, die Projekte an Hand von Förderungslandkarten, anstatt von Stoffen anpacken. Und das beeinflusst natürlich auch Autoren und Regisseure, bzw. nur die bekommen eine Chance, die systemkompatibel denken.
Eine ähnliche Entwicklung ist leider auch in Frankreich zu sehen, wo der Film mit 600 Millionen im Jahr zu Tode gefördert wird. Wo sind denn seit Jahren die wegweisenden französischen Filme, für die wir uns früher begeistert haben? International existiert der französische Film doch fast nur noch in Form von Luc Besson Produktionen.
Diese Entwicklung ist leider nicht so einfach rückgängig zu machen, das wäre so, als wenn man von einem Tag auf den anderen alle nicht erneuerbaren Energieerzeuger abstellen würde.
Vor ca. 30 Jahren, als es noch nicht zu spät war, verfasste ich deswegen mit Eckhart Schmidt das ‚Münchener Manifest’ mit einer ähnlichen Aussage wie Lemke. Ich habe es nicht mehr vorliegen, kann mich aber erinnern, dass es ziemlich radikal war und wir z.B. Berufsverbot für die ‚Oberhausener’ verlangten. Damals wollte es außer uns niemand unterschreiben, noch nicht einmal Klaus.
Tragisch und für mich unerklärlich ist, dass der deutsche Kinozuschauer einen sehr homogenen Geschmack zu haben scheint: Außer Familie, Fantasy und Komödie läuft gar nichts, dazu müssen Hits alle ab 12 sein, ab 16 wird’s kritisch und ab 18 läuft gar nichts mehr! Das ist in keinem anderen Land (das ich kenne) so. In den USA können Genrefilme wie Zombieland, Paranormal Activity oder The Last Exorcism am ersten Wochenende ihre Herstellungskosten einspielen, bei uns landen sie unter ferner liefen. Dass Resident Evil z.Z. so erfolgreich ist, liegt am 3D Boom. Hätte 3D auf dem Plakat gestanden, wären bestimmt auch Millionen in Jud Süß und Henri IV gerannt. Beim TV sieht es nicht anders aus, hochgelobte und brillante Serien aus USA und UK wie ‚Life on Mars’, ‚Sopranos’ und ‚Dexter’ floppen bei uns, andere kommen gar nicht erst ins Programm wie ‚The Wire’ und ‚The Shield’.
Klaus Forderung, für seine Filme das Haus der Oma heimlich zu verpfänden, würde die arme Großmutter unweigerlich in die Obdachlosigkeit treiben. Durch die Blockbustermentalität ist es unmöglich geworden, einen noch so billigen, professionellen Film im Kino zu refinanzieren. Sleeper gibt es leider nicht mehr in Deutschland. Ausnahmen bestimmen die Regel. Lemke selber bekommt seine Filme im Spätprogramm des öffentlich-rechtlichen TV unter, wo sie z.T. über eine Millionen Zuschauer haben. Doch solche Nischen sind sehr selten geworden. Bei den Privaten gibt es sie gar nicht, denn diese Sendeplätze hat sich Ober-Oberhausener Alexander Kluge mit seiner DTCP unter den Nagel gerissen. Sehr interessant dazu: R.Schawinski, ‚Lizenz zum Geld drucken’ in ‚Die TV-Falle’.
Letzte Woche sah ich zwei weitere Beispiele selbst finanzierter Filme. Beim Filmfest HH lief vor 1000 begeisterten Zuschauern ‚Pete the Heat’ von Henna Peschel, der noch nicht einmal Geld fürs Catering ausgegeben haben soll. In hamburger Programmkinos dürfte er auch noch in vielen Jahren das Spätprogramm bereichern und der Break-even war bereits mit der ersten verkauften Karte erreicht.
Gleichzeitig lief bundesweit ‚Die Entbehrlichen’ an, ein bedrückendes Sozialdrama von Andreas Arnstedt – komplett selber finanziert. Während Klaus und Henna meist mit enthusiastischen Laien arbeiten, die auch gerne noch kostenlos die eigene Wohnung, das eigene Auto und die eigene Freundin selbstlos mit einbringen, drehte Andreas mit hochkarätigen Profis auf Rückstellung. Der Film lief auf über 30 internationalen Festivals und gewann dort mehr als 20 Preise. Um so erstaunlicher, dass er es noch nicht einmal die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis schaffte. Vielleicht, weil Arnstedt sich nicht an die Regeln hielt und lieber in die eigene Tasche griff, als den Staat zu fragen?
Ich selber habe im UK drei Genrefilme (Schwarze Komödie, Horror, Psychothriller) unter professionellen Bedingungen für je unter 100.000 Euro produziert. Die kamen durch die weltweite DVD Auswertung wieder rein. Doch seit der globalen DSL Einführung ist der DVD Markt tot. Ich wünsche mir die Scharia für Piraten (Hand ab, Ohren ab, Augen raus), werde sie aber leider nicht durchsetzen können.
Klaus Lemke lebt für seine Filme in einer selbstverordneten Askese, die jedem buddhistischen Bettelmönch die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Das ist nicht jedermanns Sache (meine z.B. nicht) und ich kann meine Ideen auch nicht mit Laien für kein Geld drehen. Und der von Klaus genannte und von uns beiden bewunderte Dominik Graf hat mehrfach bewiesen, dass seine Meisterwerke nicht mit dem Häuschen seiner Oma zu finanzieren wären, noch nicht einmal mit der Villa seines Produzenten.
Bis jetzt hat sich noch kein Weg gefunden, wie man im Internet kostendeckend Low Budget Filme (keine No Budget Filme!!!) vermarkten kann. Klar kann man seine Werke in Netz stellen, ein Clip mit Ausschnitten eines meiner Filme hat mehr als 1.000.000 Clicks bei YouTube, aber ich sehe keinen Cent davon.
Deswegen, wenn man von mir eine positive Perspektive erwartet – ich habe keine. Wenn jemand eine hat, soll er sich bitte bei mir melden.
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
filmförderung,
klaus lemke,
wolfgang büld
22. Oktober 2010
Helge Schneider, Werner Nekes, Christoph Schlingensief: Johnny Flash!
Noch für wenige Tage in der arte Mediathek: Johnny Flash, von Werner Nekes (Regie) und Christoph Schlingensief (Kamera) und mit Helge Schneider.
abgeheftet unter:
christoph schlingensief,
Deutsches Kino,
Helge Schneider,
internet,
werner nekes
26. April 2010
Zeughauskino: Das Kino & der Krieg.
Am 29. April um 20 Uhr wird Philipp Stiasny im Zeughauskino sein Buch Das Kino und der Krieg (Verlagsinfo) vorstellen und dabei einführend zwei Stummfilme vorstellen: Stürmische Tage in Berlin (1919) und Unsühnbar (1917). Der Programmtext:
Im Ersten Weltkrieg wird das noch junge Massenmedium Film erstmals in großem Umfang in die Kriegsanstrengungen zum Zweck der Propaganda und psychologischen Kriegsführung, der Ablenkung und Indoktrination eingebunden. In Deutschland setzt die militärische Führung verstärkt ab 1917 ihre Hoffnungen darauf, die hungernde und kriegsmüde Bevölkerung durch emotional packende, dramatische Filme mobilisieren und ihren Durchhaltewillen stärken zu können. Unsühnbar ist für diese Absichten ein hervorragendes Beispiel. Entstanden als Reaktion auf die Streiks vom April 1917, erzählt der Film, wie die „Heimatfront“ durch Aufrührer unterwandert wird. Im Zentrum stehen zwei Brüder: Der eine kämpft als Soldat an der Front, der andere arbeitet in einer Munitionsfabrik und lässt sich von einem geheimnisvollen Fremden zum Streik aufhetzen. Die Feinde werden hier im Inneren der Gesellschaft und weniger außerhalb der deutschen Grenzen lokalisiert. Unsühnbar greift damit nicht allein der Dolchstoßlegende vor, der Film liefert auch das Muster für zahlreiche antibolschewistische Filme nach 1918, die – wie der Dokumentarfilm Stürmische Tage in Berlin – vom Bürgerkrieg und der Angst vor ihm handeln.
Im Rahmen der Sonderveranstaltung wird der Filmhistoriker Philipp Stiasny sein Buch Das Kino und der Krieg. Deutschland 1914-1929 (edition text + kritik, 2009) vorstellen. Es geht der Frage nach, wie das populäre Kino der Stummfilmzeit die Erfahrung des alles umwälzenden Weltkriegs verarbeitet, und untersucht vergessene Melodramen, Krimis, Spionage- und Abenteuerfilme. Sie erzählen vom Bürgerkrieg, dem Krieg im historischen Gewand und dem Krieg der Zukunft und sind zugleich Teil der Debatte über das Erbe des Weltkriegs.
abgeheftet unter:
buch,
Deutsches Kino,
Filmgeschichte,
kino,
Stummfilm,
Zeughauskino
23. April 2010
Arte: Dominik Graf - Mein Leben.
Am kommenden Sonntag um 17 Uhr strahlt arte den Portraitfilm Dominik Graf - Mein Leben aus (weitere Informationen). Gedreht hat ihn Felix von Boehm, der auch für das sehr schöne Online-Interviewmagazin cine-fils verantwortlich zeichnet - hier das dort vor kurzem veröffentlichte Videointerview mit dem Regisseur.
Dass der Sender ab 27.April Grafs im Vorfeld vielgepriesene Serie Im Angesicht des Verbrechens ausstrahlt, muss angesichts der (durchweg positiven) Berichterstattung in allen Medien vermutlich nicht mehr erwähnt werden.
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
Dokumentarfilm,
Dominik Graf,
TV
15. April 2010
Heisenberg im Tilsiter.
Am 17.04. wird Benjamin Heisenberg im Friedrichshainer Programmkino Tilsiter Lichtspiele seinen neuen Film Die Räuber präsentieren und im Anschluss ein Publikumsgespräch führen. Zur Erinnerung: Überbauarbeiter Lukas' Perlentaucher-Rezension des Films und Ekkehard Knörers Festivalresümee, in dem der Film nochmals mit viel Lob angeführt wird. Im Cargo-Ranking nimmt der Film bislang die Pole Position ein.
Schlussendlich sei noch darauf hingewiesen, dass das Kino eines der günstigsten der Stadt sein dürfte. Der Eintritt beträgt zwar 4,50€, dafür ist jede dritte besuchte Vorstellung kostenfrei!
abgeheftet unter:
benjamin heisenberg,
berliner schule,
Deutsches Kino,
kino,
publikumsgespräch,
tilsiter lichtspiele,
trailer
21. Februar 2010
Punk, Pop, Rock - Die Neue Deutsche Welle im Kino.
Am 23.02. beginnt im Zeughaus Kino eine recht interessante Reihe: Punk, Pop, Rock - Die Neue Deutsche Welle und das Kino
Das populäre westdeutsche Kino der 1980er Jahre steht nicht gerade im Ruf, wiederentdeckt werden zu müssen. Es gilt als berechenbar, sensationslüstern und pubertär. Die Filmreihe PUNK, POP, ROCK wagt nichtsdestotrotz eine Ehrenrettung. Die ausgewählten Filme gehören einer Produktionssparte an, in der sich populäre Musik und Filmindustrie begegnen. Es ist die Zeit der Neuen Deutschen Welle und ihrer zunehmenden Kommerzialisierung und Verwertung, und für das deutschsprachige Publikum entstehen Spielfilme, in denen die Stars der Szene in tragenden Rollen vor die Kamera treten. Die Ärzte, Rio Reiser, Blixa Bargeld, Nena, Dieter Meier, Bodo Staiger, Trio, aber auch Marius Müller-Westernhagen, Udo Lindenberg und Peter Maffay – sie alle haben das westdeutsche Kino in dieser Sparte des Musikerfilms geprägt. Was viele ihrer Filme auszeichnet, sind eine auffällige Diesseitigkeit und Handlungsfreude – oft im Angesicht von Katastrophe und No Future –, und es ist ein Tonfall der Lakonie oder des Unbestimmten. Zwischen Ernst und Komik, Autoren- und Genrefilm, Thriller und Krimiparodie, kritischer Zukunftsvision und temporeicher Militärklamotte wechselnd, ist den Filmen eine Mischung der Stile und Erzählhaltungen eigen, die ihresgleichen sucht. Von der zeitgenössischen Kritik der Feuilletons sind diese Filme, die seit ihren Erstaufführungen von den Kinoleinwänden verschwunden sind, meistens verschmäht worden. Ihre Kopien lagern heute weniger in den großen Filmarchiven als bei den Filmemachern, Produzenten und privaten Sammlern.Neben naheliegenden Filmen wie der Ärzte-Film Richy Guitar werden dabei auch Raritäten wie Drei gegen Drei, der Trio-Film von Dominik Graf, gezeigt.
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
Dominik Graf,
kino,
punk,
Zeughauskino
8. Februar 2010
"Paul" von Klaus Lemke im Filmclub Berlin.
Morgen abend, am 09.02., läuft Klaus Lemkes Paul im Filmclub Berlin. In der Ankündigung wird auch Ekkehard Knörers schöner Text zum Film aus dem ebenfalls sehr schönen Inside Lemke-Buch zitiert.
Bonusmaterial: Einige wahllos ausgewählte Lemke-Videos auf YouTube:
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
Filmclub Berlin,
kino,
klaus lemke
3. Februar 2010
b-ware!Ladenkino: Die Rückkehr der Midnite Movies.
Das mittlerweile zu einem "Vollkino" (inkl. Projektor, 35mm, und so) umfunktionierte, vormalige DVD-Kino b-ware!Ladenkino feiert am kommenden Freitag die Rückkehr der früheren "Midnite Movie"-Reihe. Den Beginn macht ein Double-Feature:
FÜR EIN PAAR FILME MEHR (Thomas Wind, 30 Minuten) (ab 22.30)
Eine Doku von 1999 über obsessive Schmalfilmsammler in Deutschland, die ihrer Leidenschaft alles unterordnen - Biografie, Familie, Lebensqualität. In Anwesenheit des Regisseurs!
und daran im direkten Anschluss: KARATE, KÜSSE, BLONDE KATZEN
Eine Co-Produktion von Shaw Brothers und der berüchtigten Rapid Film. Junge deutsche Damen teilen in Hongkong aus. Gezeigt wird die Super8-Fassung des Films!
[full disclosure: ich bin mit dem Kino persönlich affiliert]

abgeheftet unter:
b-ware ladenkino,
Deutsches Kino,
Dokumentarfilm,
exploitation,
kino
19. Januar 2010
Die Quereinsteigerinnen
Heute abend läuft im Filmclub Berlin Die Quereinsteigerinnen von Rainer Knepperges und Christian Mrasek. Der Film hat mir gut gefallen, als ich ihn vor einiger Zeit - leider nur als DVD - gesehen habe. Eine sehr entspannte Angelegenheit und Klaus Lemke taucht auch mal auf zwischendrin.
via
via
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
Die Quereinsteigerinnen,
Filmclub Berlin,
kino,
Kölner Gruppe,
Sputnik
22. Dezember 2009
Rudolf Thome: Der magische Realist.
Neu im YouTube-Channel von Rudolf Thome: Rudolf Thome: Der magische Realist von Norbert Grob
Nachtrag: Der zweite Teil des Portraits ist nun auch im YouTube-Channel online.
abgeheftet unter:
Deutsches Kino,
Filmvermittlung,
internet,
Rudolf Thome
Abonnieren
Posts (Atom)
