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7. April 2012

Italo-Reihe bei den "Freunden des Schrägen Films"

Wer wissen will, was Dominik Graf einst mit dem Begriff "italodynamisches Erzählen" meinte, bekommt in den nächsten Wochen in der neuen Film-Staffel der "Freunde des schrägen Films" bestes Anschauungsmaterial geliefert: Unter dem Titel "Leder, Knarren, Meuchelmörder - Italienische Thriller der 60er und 70er Jahre" läuft dort bereits seit vergangenen Montag (an dem dann auch eines der großen Highlighs bereits lief: Der Tod trägt Schwarzes Leder, ein Film über die Aufdeckung eines Kinderprostitutionsrings, der Bahnen bis in höchste Politkreise zieht, den ich schon zu lange nicht mehr gesehen habe, um den kürzlich ausgestrahlten Graf-Film Das unsichtbare Mädchen damit wirklich in Bezug bringen zu wollen, auch wenn ich mehrfach an diesen Film denken musste) eine wirklich exzellent kuratierte Reihe, die den italienischen Thriller noch bis in den Juni von seiner schönsten Seite her zeigt: Schmutzig-spekulativ einerseits, von unbedingtem Stilwillen geprägt andererseits, in der Welt der reißerischen Trivialromane ebenso beheimatet, wie er mit einem Bein im harten, realistischen Alltag des Italiens der 60er und 70er Jahre steht.

Das Programm findet man hier auf der Website des Kinos. Ganz besonders empfohlen seien Der Killer von Wien, Die Grotte der vergessenen Leichen und Der Schwanz des Skorpions (hier hatte ich dazu was geschrieben). Zum Horror-Sex im Nachtexpress werde ich eine Einführung halten, allerdings ist der Film wirklich nur ausgekochten Sleaze-Heimern und nicht unbedingt Einsteigern zu empfehlen.

10. Oktober 2011

Venus in Furs

Die immer großarigen Freunde des schrägen Films zeigen seit letzter Woche eine Reihe zum spanischen Horror- und Exploitationkino. Heute läuft Jess Francos Venus in Furs. Was der Programmtext zu erwähnen vergisst: Überbau-Autor Thomas Groh hält einen Einführungsvortrag.

25. März 2011

Engel der Hölle.

Am kommenden Montag zeigen die Freunde des schrägen Films den Bikesploitation-Film Engel der Hölle. Dem Trailer nach zu urteilen kommt da eine ziemliche Schote auf uns zu. Es läuft (und man muss wohl sagen: zum Glück!) die deutsche Synchronfassung:



Der Programmtext:
Die rauen Kerle einer Rockerbande düsen mit ihren dicken Maschinen durch die Stadt und verbreiten Terror. Die Polizei hält sich zurück. Als die Biker ein junges Mädchen vergewaltigen, ruft das den Vietnam-Veteranen und Halbblut-Indianer Billie Jack auf den Plan. Er will Vergeltung. Die Mischung aus Biker-, Rachefilm und Melodram kam zur rechten Zeit. Amerika sehnte sich nach Helden, die das Gesetz selbst in die Hand nahmen und aufräumten. „Engel der Hölle“ wurde ein verstörender Hit, der eine ganze Serie von Billie Jack-Filmen hervorbrachte: Für Tom Laughlin die Rolle seines Lebens. Hollywood-Ikone Jane Russell glänzt in einer Nebenrolle.

27. Januar 2011

TV-Tipp: Coffin Joe auf arte!

Heute Nacht zeigt arte einen Film des von mir hochverehrten brasilianischen Horror- & Pulpmeisters Jose Mojica Marins aka Coffin Joe: Das Erwachen der Bestie, bzw. Awakening of the Beast. Wer auch nur einen Funken Interesse an abseitiger und entlegener Filmgeschichte aufbringt, kann es sich kaum leisten, das zu verpassen. Hier weitere Infos auf der Website des Senders.

In der arte-Mediathek gibt es bereits einen Vorabausschnitt:

11. Mai 2010

The Diabolical Dr. Z.




Morgen, am 12. Mai, läuft bei den "Freunden des schrägen Films" im Kino Babylon/Mitte anlässlich Jess Francos 80. Geburtstag dessen ziemlich großartig pulpiges Frühwerk The Diabolical Dr. Z, der in mancherlei Hinsicht seinen späteren Sie tötete in Ekstase (über den Co-Überbauarbeiter Lukas hier einige Zeilen geschrieben hat) vorweg nimmt. Dr Z ist zwar glasklar ein B-Movie, aber ein extrem stylishes mit vielen schönen Spielereien, einem sehr entrückten Soundtrack und seltsamen Orson-Welles-Reverenzen.

(dass ich der Vorführung eine kleine, zehnminütige Einführung voranstelle, sei ebenfalls nicht unerwähnt)



21. April 2010

Freunde des schrägen Films: Der Fluch der schwarzen Schwestern.

Heute abend bietet sich im Kino Babylon die seltene Möglichkeit, einen Film des Sexploitation-Auteurs Joseph W. Sarno im Kino zu sehen: Der Fluch der schwarzen Schwestern ist ein in Europa entstandener Vampir/Sexploitation-Streifen, für den, laut Programmtext, Jess Franco und Jean Rollin Pate gestanden haben könnten.

Hier der Trailer:

23. Februar 2010

Freunde des schrägen Films: Blood Beach.


Morgen abend um 21.30 läuft bei den "Freunden des schrägen Films" im mittigen Kino Babylon der 80er Reißer Blood Beach, über den Brooklyn Rail schreibt:

Widely regarded as the Citizen Cane of “Keller who lives beneath the sand” movies, Blood Beach stars John Saxton as- strangely enough- a sheriff. Somehow a deranged, deformed killer has managed to take up residence beneath the sand of a booming beach. How this is possible is never really explained. Suffice it to say that he pulls unsuspecting bikini clad teens under the sand to his lair where he proceeds to dismember them. This is the beach horror movie as high concept. It has the premise of Jaws, but instead of the shark it’s a dude, and instead of the danger being under water, the danger is under the sand. This guy fucks you up before Jaws ever gets a chance to.




3. Februar 2010

b-ware!Ladenkino: Die Rückkehr der Midnite Movies.


Das mittlerweile zu einem "Vollkino" (inkl. Projektor, 35mm, und so) umfunktionierte, vormalige DVD-Kino b-ware!Ladenkino feiert am kommenden Freitag die Rückkehr der früheren "Midnite Movie"-Reihe. Den Beginn macht ein Double-Feature:

FÜR EIN PAAR FILME MEHR (Thomas Wind, 30 Minuten) (ab 22.30)
Eine Doku von 1999 über obsessive Schmalfilmsammler in Deutschland, die ihrer Leidenschaft alles unterordnen - Biografie, Familie, Lebensqualität. In Anwesenheit des Regisseurs!

und daran im direkten Anschluss: KARATE, KÜSSE, BLONDE KATZEN
Eine Co-Produktion von Shaw Brothers und der berüchtigten Rapid Film. Junge deutsche Damen teilen in Hongkong aus. Gezeigt wird die Super8-Fassung des Films!

[full disclosure: ich bin mit dem Kino persönlich affiliert]



2. September 2009

Heute: Basket Case.

Wem nach dem Fantasy Filmfest weiterhin der Sinn nach derben Geschmacklosigkeiten steht, könnte heute abend im mittigen Kino Babylon glückliche 90 Minuten verleben. Die Freunde des schrägen Films haben sich erneut todesmutig mit Petroleumlampe und Staubwedel in den modrigen Keller der Filmgeschichte begeben und präsentieren um 21.30 ihre diesmalige Beute: Basket Case, ein kleiner Klassiker des quietschbunt-absonderlichen Latex-Horrorfilms der 80er Jahre, gewidmet dem Großpatron der Splattereien, Herschell Gordon Lewis, ein Film, für (oder, je nach Belieben des persönlichen Geschmacks, wider) den der Trailer am besten spricht.



Freilich darf an dieser Stelle der nochmalige Hinweis darauf, dass im Babylon gerade ein Arbeitskampf stattfindet, nicht fehlen. Darauf, dass manchmal - ob für Frauen oder Filme - Revolutionen verraten werden müssen, indessen auch nicht.

14. Mai 2009

Blutiger Freitag im Kino Central.




Bedauerlicherweise nicht am Freitag, sondern am Montag unternimmt das mittige Kino Central eine Reise in die Tiefen des deutschen Exploitationkinos und lässt - warum auch immer - Stargast Ben Becker den Kracher Blutiger Freitag auf der Leinwand präsentieren.

Blutiger Freitag ist eine italienisch-deutsche Coproduktion aus dem Jahre 1972, die es in sich hat. Gedreht vor dem historischen Hintergrund zahlreicher Banküberfälle der R.A.F., beutet Blutiger Freitag das schlagzeilenträchtige Thema nach Manier des italienischen Exploitationkinos ordentlich aus und vermengt dabei Klassenkampfattitüde, die Gastarbeiterfrage, und eine dem Kneipenmilieu nahestehende Gassensprache a la Rainer Brandt mit harten Actioneinlagen. Einer der großartigsten Momente ist jener, in dem Passanten im Stil der bundesrepublikanischen Sittenreportage (Schulmädchen, Hausfrauen, etc. pp. ) von einem mikrobewehrten Reporter um Statements zu den Ereignissen gebeten werden: Hat sich der generation gap zwischen Altnazis und Nachkriegsgeneration jemals prägnanter im deutschen Kino abgebildet?

Regisseur Rolf Olsen, der hier auch kurz vor der Kamera zu sehen ist ("Arschloch!"), begann seine Karriere im Tanten- und Nichtenkintopp der 60er Jahre, drehte dann Krautwestern und landete schließlich für lange Zeit im Sumpf des westdeutschen Bahnhofskino, wo er für Geld alles zu drehen schien, was ihm angeboten wurde. Im wunderbar grobschlächtigen, rauhbeinigen Blutiger Freitag schwingt er sich für eine Weile gar zum deutschen Samuel Fuller auf und lässt das deutsche Genrekino im besten Sinne italienisch aussehen. Nicht umsonst genießt der Film in eingeweihten Kreisen absoluten Kultstatus (und, äh, bei mir auch)!

Das Kino Central hat eine Infosite für den Film eingerichtet, sehr schön ist auch diese ausführliche Besprechung vom Geheimnisvollen Filmclub Buio Omega aus Gelsenkirchen, der den Film selbstverständlich auch im Programm hatte. Ich selbst versuchte mich vor einiger Zeit an einem englischen Review des Films im Rahmen eines internationalen Blog-A-Thons (sprachliche Verfehlungen bitte ich zu entschuldigen).

Einen selbstgemachten Amateurtrailer hat ein freundlicher Mensch auf YouTube eingestellt. Das schöne daran ist: Das im Trailer ausgestellte Niveau wird vom Film über seine gesamte Dauer spielend gehalten!



29. April 2009

Three the Hard Way. Babylon/Berlin.




Eine Gruppe von Neonazis wollen mit Hilfe eines ominösen Serums die schwarze Bevölkerung der USA auslöschen, aber sie haben die Rechnung ohne Jim Brown, Fred Williamson und Jim Kelly gemacht. Für den fantastischen Soundtrack wurden The Impressions engagiert, der Titelsong wirkt in dem Radio-Commercial wie eine Verheißung auf ein actiongeladenes Kinoerlebnis – und genau das ist der Streifen!
So schreibt docfish in seiner Reihe über Blaxploitation-Jingles auf dem immer wieder lesenswerten Blog Wayward Cloud über den Reißer Three the Hard Way. Und den beschriebenen Jingle kann man sich dort auch gleich anhören!

Der Film wird heute abend um 21.30 im Kino Bablyon bei den Freunden des schrägen Films im Rahmen der Reihe "Hitlers Resterampe" (siehe dazu auch hier Bert Rebhandl) gezeigt.

Ein mit Musik von Daft Punk unterlegter Clip findet sich bei unser aller liebster Urheberrechtsinstitution:



26. März 2009

Hitlers Resterampe im Babylon: Zombies, Nazis, schlechte Laune.




Besonders schräge Entdeckungen aus den Höhlen (nicht nur) des Exploitationsfilms sind ab 01.04. jeden Mittwochabend bei den "Freunden des schrägen Films", der festen B-Movie-Institution des Babylon/Mitte, zu machen: Unter der Überschrift "Hitlers Resterampe" forschen die beiden Historiker Philipp Stiasny und Jürgen Dittrich passend zu diversen aktuellen Eklats zum untoten Weiterleben der Nazis in Populär-, Trash- und Filmkultur. Und das Programm kann sich durchaus sehen lassen.

Bereits der erste Termin am 01.04.2009 bringt zwei wahre Schmankerl: Als Vorfilm gibt es Don Siegels Kurzdokumentation Hitler lives, danach läuft mit Shock Waves der große filmische Übervater des Nazizombie-Subgenres aus den spätern 70er Jahren, in dem der untote Schrecken einmal mehr auf einer fernen tropischen Insel auf arglos vorbeipaddelnde Touristen wartet. Mitten drin macht mit Peter Cushing ein alter Gentleman des Horrorfilms ernste Miene zum bösen Spiel, das allerdings recht zahm daherkommt (DVD-Freigabe: ab 16). Ein insgesamt auch auf Grund seines entrückten Synthie-Soundtracks wunderbar schräger und natürlich rundum empfehlenswerter Genrefilm, dessen knarzigen deutschen Trailer wir dem geneigten Publikum keineswegs vorenthalten wollen:



Weitere Highlights der Reihe, die man sich vormerken sollte: Der infame erste Ilsa-Film, der, laut Wayward Cloud, ziemlich actiongeladene Blaxploitation-Knaller Three the Hard Way, der murksig-gurkige Hard Rock Zombies, der Tinto-Brassige Bordellfilm Salon Kitty und noch einige mehr. Spätestens hier im Überbau dann kurz vorher als Reminder!




22. März 2009

Walk of Fame. Ein B-Movie-Hörspiel.


Auf der Website des WDR kann man sich für begrenzte Zeit ein vor kurzem ausgestrahltes Hörspiel streamen/downloaden, das für Freunde des gepflegten schlechten Films vielleicht nicht uninteressant ist:

Pussy Stanton will nach oben, auf den „Walk of Fame“, die legendäre Meile am Hollywood Boulevard, die mit den Namen großer Filmstars gepflastert ist. „Walk of Fame“ heißt auch Pussys erster Film, eine Persiflage auf die Produktion eines B-Movies und dessen erschwerte Drehbedingungen: Moskitos, Tsunamis, verschwundene Eingeweideeimer. Nackte Filipinas laufen durchs Bild, bei einem Zombie löst sich der Glibber und dann geschieht noch ein Mord auf dem Filmset von „Racheengel auf der Blutinsel“.

Eine saftige Hommage an die allerschlechtesten Filme der 60er- und 70er-Jahre, an Giallo-, Gore- und Bikerinnen-Movies, Insel-, Foltercamp- und Frauengefängnisfilme, an Sexploitation jeder Couleur sowie schwimmende Leichen. Und an die B-Filmköniginnen Mary Woronov und Candice Rialson. Und der Beweis, dass aus einem dünnen Film ein fettes Hörspiel werden kann. Das akustische Film-im-Film-Geschehen wird kommentiert von den Splatter-Impresarios und Kinospezialisten Jörg Buttgereit und Thilo Gosejohann.

Interessiert? Bitte hier entlang.

1. März 2009

Biker-Filme in der Z-Bar.

Mit The Losers beginnt heute die Z-Bar ihre Filmreihe mit Bikerfilmen aus allen Herren Ländern. Der 1970 entstandene Eröffnungsfilm stellt krude Vietnamexploitation in Aussicht:
Während des Vietnamkrieg heuert die US – Army eine brutale Bikergang an um einen zwielichtigen CIA – Agenten aus Gefangenschaft in Kambodscha zu befreien. Nach einer Sauforgie werden die Bikes mit Maschinengewehren, Raketenwerfern und Panzerplatten ausgestattet und die Hölle auf Rädern nimmt ihren Lauf...
Der Trailer unterfüttert diese Vermutung:



Ein Blick in das Programm der Reihe lohnt: Gezeigt werden im Laufe des März noch Rocker von Lemke, Exploitatives aus Japan und Hongkong sowie einige Crossover-Filme zwischen Bikerboots und klassischem Horror.

16. Dezember 2008

R.I.P. Horst Tappert

Horst "Derrick" Tappert ist tot. Ihm zu Ehren, und weil in den Nachrufen wohl eher nichts davon zu lesen sein wird, sei auf sein zweifelhaftes Meisterwerk verwiesen, Sie tötete in Ekstase von Jess Franco.



Mehr über den Film weiß die Movie Blog Search Engine, aber auch unser Lukas.

Als Leih-DVD steht er in der Filmkunst Cinethek und im Videodrom bereit.

13. Dezember 2008

Stuart Gordons Dolls im Babylon.

Nach Abschluss der ereignisreichen Mexploitation-Reihe und vor der verdienten Weihnachts-/Silvesterpause machen sich die Freunde des schrägen Films im Kino Babylon/Mitte am kommenden Mittwoch um 22 Uhr ein kleines Geschenk und zeigen reihenunabhängig als eigenen Wunschfilm Stuart Gordons 1987 entstandenen Dolls. Die Vorführung von Gordons zuvor entstandener (äußerst freien) Lovecraft-Adaption From Beyond zählte (neben der des rundum unglaublichen Starcrash) mit zu den spaßigsten des laufenden Schräge-Filme-Jahrs im Babylon, auf ausgelassene Heiterkeit darf sich also eingestellt werden. Der Programmtext:

Eine Horrorfantasie: In einer stürmischen Nacht strandet die Familie der kleinen Judy im märchenhaften Haus eines Puppenmachers, wo zu später Stunde die Puppen lebendig werden und sich gar unartig aufführen. Es geht ziemlich blutig zu. Dem bereits eingespielten Team um Stuart Gordon und Brian Yuzna machte die Arbeit an „Dolls“ ganz offensichtlich viel Spaß, denn ihnen gelang ein kleines Meisterwerk. Stimmung, tolle Special Effects, Splatter, tiefschwarzer Humor. Das Richtige für einen ungemütlichen Winterabend.



Im übrigen lässt sich bereits leise ankündigen, dass es nach dem Jahreswechsel bei den "Freunden" recht britisch zugehen wird ...

7. Dezember 2008

Blaxploitation in der Z-Bar.

Auch die Z-Bar wühlt gerne in alten Kisten und Kellern, um das so Gefundene wennzwar nicht ans Tageslicht, so doch auf die Leinwand zu zerren. Aktuelle Fundstücke: Filme aus der Blaxploitation (siehe etwa auch diese zwei Artikel aus der Splatting Image: 1, 2). Heute abend gibt's mit TNT Jackson einen handfesten Kulturtransfer zwischen US- und HK-Kino. Am 14.12. folgt der schräge Scream, Blacula, Scream und am 21.12. schließlich der von keinem geringeren als Jack Arnold inszenierte Blaxploitation-Western Boss Nigger mit B-Movie-Ikone Fred Williamson.

Weitere Information bei der Z-Bar.

Trailer gefällig? Bitte schön:


Scream, Blacula, Scream


Boss Nigger

Kino Arsenal: Snuff.

UPDATE: Der Film entfällt leider, wird jedoch durch einen ähnlich interessanten Streifen mit vergleichbarer Thematik ersetzt. Näheres im Kommentarbereich.

Morgen, am Montag, um 19 Uhr zeigt Cinegraph Babelsberg im Rahmen der FilmDokument-Reihe Richard R. Rimmels in der imdb nicht verzeichneten, offenbar der Mondo-Tradition zuzurechnenden (Pseudo-)Dokumentarfilm Snuff im Arsenal. In drei Jahren Produktionszeit und mit Unterstützung zahlreicher Intellektueller entstand in den mittleren 70ern ein mutmaßlich exploitatives, seinerzeit kontroverses Portrait der Produktions- und Arbeitsbedingungen des damals florierenden deutschen Softsexfilms. Der Programmtext:

Die 70er Jahre sind in Deutschland die große Zeit der Sexfilme. Sie werden zu Dutzenden heruntergekurbelt, versprechen nackte Haut und geben sich tabulos. Aufgerüttelt durch den Freitod der Darstellerin Claudia Fielers blickt SNUFF (Richard R. Rimmel, BRD 1973–1976) hinter die Kulissen einer Sexfilmproduktion: Er beobachtet die Auswahl der Mädchen, zeigt, wie Menschen entwürdigt werden, und hört dem lamentierenden Regisseur Robert Furch zu, der lieber andere Filme drehen würde. Mit abgründigem Humor klagt SNUFF die industriell betriebene Ausschlachtung junger Frauenkörper, finanzieller Zwänge und falscher Hoffnungen an. "Auch wenn sein moralischer Zeigefinger (Kommentar: Carl Amery) gelegentlich übertrieben scheint, bleibt SNUFF eine Herausforderung: eine brutale, intelligente Reportage mit Raum zur Reflexion." (SZ, 8.12.1978)

Die Einführung besorgt der Filmhistoriker Philip Stiasny, der im Babylon auch die "Schrägen Film" mitorganisiert. In den Online-Archiven der Zeit gibt es zwei zeitgenössische Artikel über den Film: Aus der Porno-Maschinerie (1976) und Kinostart für Snuff (1978!). Auch der Spiegel berichtete dereinst.

Ein bewegtes und für die damalige deutsche Filmindustrie wohl auch bezeichnendes (Berufs-)Leben führte Regisseur Rimmel. Als Kameraassistent begann er bei Krautwestern mit Lex Barker und Freddy Quinn. Unter der Regie des Karl-May- und Edgar-Wallace-Veteranen Harald Reinl schoß er an der zweiten Kamera die reichlich obskure, von Peter Thomas mit swingendem Sound unterlegte Erich-von-Däniken-Verfilmung Erinnerungen an die Zukunft, um schließlich als Kameramann, Produzent und Regisseur dem deutschen Softsexfilm zur Seite zu stehen. (eine umgekehrte Bewegung machte im übrigen die deutsch-österreichische Produktionsgesellschaft Lisa Film: In den 70ern für derbe und anrüchige Ware zuständig, landete sie über den deutschen Blödelfilm der 80er wieder beim deutschen Biedersinn vom Schloss am Wörthersee.)

3. Dezember 2008

El Santo contra los amigos de peliculas curiosas

Eine wenngleich nicht hofierte, aber nicht mehr wegzudenkende Institution in der Berliner Kinolandschaft stellen die Vorführungen der Freunde des schrägen Films (dahinter stecken zwei Filmhistoriker aus dem CineGraph-Umfeld) im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz dar. Gezeigt wird Exploitationware, Filme also, die ihren festen Platz in der Filmgeschichte zwar haben (und unter dem Rubrum "Para-Cinema" auch zusehends von den Film Studies aufgearbeitet werden), von den für diese zuständigen Institutionen in der Regel aber nur selten wahrgenommen werden. Jeden Mittwoch um 22 Uhr (oft mit akademischen Viertel, aber gerade im Winter gemahnen die Filmfreunde zur Pünktlichkeit) erstrahlen die Exploitation-Machwerke hier wieder in alter Brillanz - original von Filmkopie (der man dann manche Altersspur gerne auch mal nachsieht). Was man hier zu sehen bekommt, ist mal von delirantem Wahnwitz, mal inhaltlich kontrovers, mal einfach nur gut gemachtes Genrekino, gelegentlich nicht von dieser Welt, dann und wann todlangweilig - aber nie herkömmlich abgehangene Kost.

Die Filme sind thematisch zusammengestellt. Derzeit befinden sich die Freunde des schrägen Films auf einer Exkursion durch mexikanisches Hinterland und haben dabei schon manche kleine Perle zurück ans Tageslicht geholt. Der buchstäblich Säulenheilige des mexikanischen Genrekinos wird heute abend erwartet: Santo, der maskierte Wrestler, in Mexiko eine popkulturelle Überfigur, die sich zu Glanzzeiten in ratzfatz runtergekurbelten Filmen mit dem gesammelten Halbwesen-Ensemble des Horrorkinos angelegt und dabei wahlweise junge Frauen oder gleich die ganze Welt gerettet hat.

Der heute gezeigte El santo contra las mujeres vampiro ist nicht direkt der beste Film aus diesem Dutzend-Arsenal, weist aber einige schöne Momente und viel Spinnweben-Kolorit auf. Die Freunde selbst:

Der Wrestler Santo, der Mann mit der silbernen Maske, bekommt es mit einer Bande weiblicher Vampire zu tun. Sie wollen die Tochter eines Professors entführen und das noch unschuldige Mädchen mit dem Herrn der Finsternis verheiraten. Santo muss das verhindern. Filme über die Lucha Libre, die mythisch verehrten ringenden Freiheitskämpfer für das Gute, entstehen in Mexiko seit den 50er Jahren zu Dutzenden. Sie laufen im Kino und im Fernsehen. „Supermann gegen Vampire“ ist einer der schönsten davon. Alles dreht sich hier um Santo, den berühmtesten aller Wrestler, den zu Lebzeiten eine beinahe religiöse Aura umgab. Ein sonderbarer, entfernt mit Batman verwandter Volksheld, der jahrzehntelang seine Maske nicht mehr abnahm. Wir zeigen die Münchner Fassung dieses Klassikers.
Der Trailer bietet erste Einblicke: