Posts mit dem Label fassbinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label fassbinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

9. Juni 2012

Fassbinder im CHB

Revolver erinnert an eine prominent und international besetzte Veranstaltung aus der "Hands on Fassbinder"-Reihe am kommenden Sonntag im Collegium Hungaricum.

Bei arte läuft unterdessen die Fassbinder-Hommage, die offenbar nach und nach auch in der Mediathek des Senders landen.

21. März 2009

Sirk im Arsenal

Morgen Sonntag zeigt das Arsenal im Rahmen der Magical History Tour Douglas Sirks All That Heaven Allows, ein Melodram über eine unbotmäßige Liebesaffäre, die eine Kleinstadtgemeinschaft skandalisiert, mit Rock Hudson als Gärtner/thoreauistischer Revolutionär und Jane Wyman als Witwe aus der Oberschicht, die sich nach diesem Pfundskerl verzehrt. Wie in den meisten von Sirks doppelbödigen Augenweiden geht es auch hier um ein repressives soziales Umfeld – in diesem Fall eine als typisch ausgeschilderte Kleinstadt, bevölkert von Freunden, Nachbarn und den unvermeidlichen Dorfhonoratioren: Ein Fingerzeig auf das zeitgenössische Wachstum Suburbias und die mit dieser Lebenswelt verknüpfte sittliche Einengung.

Was Sirks Umgang mit diesem Thema auszeichnet, ist, dass die Repression in seinen Filmen eine geradezu materielle Präsenz erlangt. Man beachte wie in entscheidenden Momenten von All That Heaven Allows Setarchitektur und Mise-en-scène Figuren einkesseln und ihre Bewegung bzw. Bewegungslosigkeit vorzeichnen.

Eine weitere Besonderheit ist Sirks Charakterisierung der Frauenfiguren, über die Fanboy Rainer Werner Fassbinder einmal geschrieben hat (ich zitiere aus einer englischen Übersetzung): „In Douglas Sirk’s movies the women think. I haven’t noticed that with any other director. With any. Usually the women just react, do the things women do, and here they actually think. That’s something you’ve got to see.“ Dass Sirk Fassbinder nachhaltig faszinierte, wird unter anderem in der Lichtsetzung und in den Farbschemata von Fassbinders späten Filmen augenfällig, worin sich dasselbe Aufeinanderprallen von Blau und Tiefrot findet wie in All That Heaven Allows.

Es herrscht einige Uneinigkeit unter Sirk-Auslegern, ob seinen Melodramen so etwas wie eine ironische Kehrseite eingebaut ist, die es uns ermöglichen soll, kritische Distanz zum Handeln der Figuren und der es fundierenden Ideologie zu gewinnen. Manche gehen so weit, diesen Zug mit Brechts epischem Theater in Verbindung zu bringen. Sirk selbst wurde mit diesem Verdikt Zeit seines Lebens nicht glücklich. Wer morgen Abend im Arsenal weint, muss sich also nicht schämen.

15. Dezember 2008

Verstreute TV-Hinweise

Hinweis
Alle berücksichtigen Sender lassen sich mit dem Zattoo-Player auch komplett übers Netz ansehen. Programmangebote der Privaten werden mangels Zumutbarkeit (Werbeblöcke, SMS-Einblendungen, etc.) nicht berücksichtigt.

Einschalten:
Zur "besten" Sendezeit, in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember, zeigt der NDR Fassbinders klaustrophobisches Kammer-Meisterwerk Die bitteren Tränen der Petra von Kant.



Eher abschalten:
In Hwal - Der Bogen erstarrt Kim Ki-Duk in seiner eigenen Nische (und hat sich, was ich bislang gehört habe, aus dieser auch nicht mehr befreit). Das Erste, nachts vom 17. auf den 18.



Einschalten:
Nachteulen erfreuen sich ebenfalls in der Nacht vom 18. auf den 19. ab 0.55 an Michael Curtiz' Horrorfilm Die Rache des Toten mit Boris Karloff. (HR)



Einschalten:
In der Nacht auf Freitag zeigt arte zu völlig unmöglicher Zeit erneut seine Dokumentation über Claude Lévi-Strauss.

Auch einschalten:
Sollte man definitiv bei Terrence Malicks In der Glut des Südens, den 3sat am Freitag abend um 22.25 zeigt.



Eher nicht:
Gleich zweimal zeigt das ZDF am kommenden Wochenende spätnachts den Italowestern Heute ich... morgen Du! mit Bud Spencer in einer Nebenrolle. Ich fand den Film damals eher durchschnittlich.

Trash:
Auch von Freitag auf Samstag zeigt arte Trashiges von Ed Wood, der spätestens seit Tim Burtons Biopic als gerettet angesehen werden darf. Um 0:10 läuft das delirante Transvestiten-Drama Glen or Glenda, um 03.00 schließlich Bride of the Atom mit Bela Lugosi.
Wer auf Opas Kintopp steht kriegt etwa zur gleichen Zeit auf dem RBB eine Jerry-Cotton-Geschichte serviert.