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9. April 2010
Werkschau Lisandro Alonso im Arsenal
Ab heute im Arsenal: eine Werkschau der vier Filme des argentinischen Festivallieblings Lisandro Alonso. Zwei davon kenne ich: Los muertos ist eine beeindruckende Übung in Kino-Minimalismus. Ein Mann wird aus dem Gefängnis entlassen, bewegt sich durch den Raum, isst und trinkt, hat Sex, tötet ein Tier. Und fährt einmal in einem Boot über den Fluss, die Kamera bewegt sich in einem anderen neben ihm her. Nikolaus schreibt hier unter anderem darüber, wie sich der Film zur Narrativität, die man eben doch nicht so leicht über Bord geworfen bekommt, verhält.
Liverpool macht im Grunde dasselbe und übersetzt es lediglich in eine andere zivilisatorische Stufe, weiter weg von der Natur. Industriedampfer anstatt Ruderboote, Tiere werden nicht mehr von Hand, sondern mit der Falle getötet, der Sex wird zu seinem bloßen Versprechen in der Nachtclubshow. Und irgendwie werden die Bilder etwas zu schön, sie erstarren noch in der Bewegung, so frei, wie die Flussszene in Los muertos wird der Film nie. 2008 in Wien hatte mich der Film ziemlich enttäuscht, er ist mir aber seither sehr präsent geblieben, vielleicht muss ich ihm doch noch einmal eine Chance geben. Und auf La Libertad und Fantasma freue ich mich ohnehin.
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