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8. Januar 2011

20 Jahre Nekromantik 2 / Volksbühne.


Morgen abend ab 18 Uhr begeht Jörg Buttgereit den 20. Geburtstag seines Films Nekromantik 2 (Infos) mit einer Soirée in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Der offizielle Infotext im folgenden, hier weitere Infos.

In der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz werden am 9. Januar in einem Programm gleich zwei Ereignisse gefeiert: Das 20-jährige Jubiläum des poetischen Splatterfilm-Klassikers "Nekromantik 2" von Jörg Buttgereit und der 82. Geburtstag des Theatermaniacs und Großintellektuellen Heiner Müller. Wie das miteinander zusammenhängt erfahrt Ihr ab 18:00 Uhr im Großen Haus des schönen Theaters.

„Nekrophilie ist Liebe zur Zukunft. Man muß die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen“, sagte Heiner Müller. Vor 20 Jahren hatte ein Film Premiere, der diesen Imperativ beim Wort nimmt. Jörg Buttgereits lyrischer Splatter-Klassiker NEKRomantik 2 erzählt die Geschichte der Berlinerin Marianne, die die Leiche des verstorbenen Robert aus dem Grab holt, um mit ihr zu leben und sie zu lieben...

Der Film wurde kurz nach seiner Premiere 1991 bei einer Aufführung in München polizeilich beschlagnahmt. Das Werk sei „Gewalt verherrlichend“ und verstoße somit gegen § 131 StGB. Die Verbreitung und Aufführung des Films wird inkriminiert. „Weiterhin wird angeordnet, daß die zur Herstellung der Filme bestimmten Negative oder Masterbänder unbrauchbar gemacht werden.“ Eine minutiöse filmwissenschaftlichen Analyse wird angestrengt, die „den Realismus und die Realitätshaltigkeit des Gezeigten“ diskutiert. Ab 1993 ist das Werk jedoch rehabilitiert und tritt seinen internationalen Siegeszug als lyrischer Splatterfilmklassiker an.

Zum 20. Geburtstag des Films wird Buttgereit das Werk im grossen Saal der Berliner Volksbühne aufführen. Die Hauptdarstellerin Monika M. (Gesang, Keybord), sowie Andrè Abshagen (Gitarre), Jens Friebe (Piano) und Julie Miess (Bass) spielen dazu live eine Neuinterpretation des originalen Film-Scores. Im Anschluss findet im Sternfoyer ein Filmgespräch mit Buttgereit, Monika M. sowie dem Filmwissenschaftler Dr. Stefan Höltgen und dem Journalisten Detlef Kuhlbrodt statt.

Sonntag 09. Januar 2011, 18:00 Uhr (!)
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

29. März 2009

TV-Hinweis: Monsterland von Jörg Buttgereit.




Nachdem Jörg Buttgereit gestern abend im Berlin-Kreuzberger HAU1 mit Rough Cuts Vol. 01 alte Monster unterschiedlichster Coleur wiederauferstehen ließ, bringt er sie heute abend um 22.25 mit seiner Dokumentation Monsterland ins TV. Im Programmtext verspricht uns arte eine Reise in "die weite Welt zu den Monstermachern, um mit ihnen gemeinsam den Schrecken, die Faszination und die Liebe zu ihren Geschöpfen zu erkunden."

Der Regisseur über seinen Film:

Als ich im zarten Alter von 4 Jahren in einer Nachmittagsvorstellung eines Berliner Bezirkskinos meinen ersten Godzilla-Film sah, war es um mich geschehen. Einerseits hatte ich Angst von dieser gigantischen Urweltechse, die durch die Straßen von Tokio stapfte und mit ihrem atomaren Feueratem Tod und Zerstörung verbreitete. Andererseits spürte ich eine Bewunderung und Mitleid für dieses Riesenmonster, das vielleicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort war und eigentlich nichts Böses wollte. Jedenfalls wollte ich nichts anderes mehr sehen als Monsterfilme.

Um ehrlich zu sein ist das noch heute so. Inzwischen bin ich allerdings 40 Jahre älter und neue Monster treiben ihr Unwesen auf der Leinwand. Doch mein Herz schlägt nach wie vor für die unschuldigen und gutmütigen Monster aus Kindertagen, wofür mich die Menschen in meinen Umfeld längst mitleidig belächeln. Fürchten sie sich im Angesicht moderner Bedrohungen wie dem internationalen Terrorismus womöglich gar nicht mehr vor den mächtigen Fabelwesen? Sind meine liebsten Monster King Kong, Frankenstein oder Godzilla altmodische Auslaufmodelle und ich womöglich ein hoffnungslos peinlicher Romantiker? Diese Frage ist für mich der Anlass, nach all den Jahren einen neuen Blick auf die Monster zu werfen und herauszufinden, warum wir Monster brauchen und ob sie uns heute noch erschrecken können.

Stefan Höltgen hat den Film bereits vorab gesehen und empfiehlt, den Videorekorder zu programmieren.

(Das Bild oben ist dem reichhaltigen Fundus von Kino-50er entnommen, einer für Freunde alter Lobbykarten und Plakate höchst empfehlenswerten Fundgrube.)

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Monsterland, Deutschland 2008
Regie: Jörg Buttgereit

Sendetermine auf arte:
29.03., 22.25
03.04., 00:55
09.04., 00:35
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Bonusmaterial:

Den deutschen Trailer zum schönsten aller Godzillafilme, Destroy all Monsters, wollen wir an dieser Stelle nicht vorenthalten:



22. März 2009

Walk of Fame. Ein B-Movie-Hörspiel.


Auf der Website des WDR kann man sich für begrenzte Zeit ein vor kurzem ausgestrahltes Hörspiel streamen/downloaden, das für Freunde des gepflegten schlechten Films vielleicht nicht uninteressant ist:

Pussy Stanton will nach oben, auf den „Walk of Fame“, die legendäre Meile am Hollywood Boulevard, die mit den Namen großer Filmstars gepflastert ist. „Walk of Fame“ heißt auch Pussys erster Film, eine Persiflage auf die Produktion eines B-Movies und dessen erschwerte Drehbedingungen: Moskitos, Tsunamis, verschwundene Eingeweideeimer. Nackte Filipinas laufen durchs Bild, bei einem Zombie löst sich der Glibber und dann geschieht noch ein Mord auf dem Filmset von „Racheengel auf der Blutinsel“.

Eine saftige Hommage an die allerschlechtesten Filme der 60er- und 70er-Jahre, an Giallo-, Gore- und Bikerinnen-Movies, Insel-, Foltercamp- und Frauengefängnisfilme, an Sexploitation jeder Couleur sowie schwimmende Leichen. Und an die B-Filmköniginnen Mary Woronov und Candice Rialson. Und der Beweis, dass aus einem dünnen Film ein fettes Hörspiel werden kann. Das akustische Film-im-Film-Geschehen wird kommentiert von den Splatter-Impresarios und Kinospezialisten Jörg Buttgereit und Thilo Gosejohann.

Interessiert? Bitte hier entlang.

10. Dezember 2008

Buttgereits Schramm im Kino Central.

Das Kino Central feiert Jörg Buttgereits 45. Geburtstag mit einer kleinen Werkschau. Heute abend steht Schramm auf dem Programm, Buttgereits bislang (und wohl auch bis auf weiteres) letzter und mit sein bester Spielfilm. Wie alle Filme von Buttgereit bedient sich auch dieser eines B-Movie-Sujets - die Lebenswirklichkeit eines Serienkillers -, nähert sich dem aber auf die Weise des Autorenfilms. Die Vokabel ist abgenutzt, aber: Schramm ist, meines Erachtens, intensiv.

In der Hauptrolle: Florian Körner von Gustorf (als Gast heute abend zugegen), bekannt als Schlagzeuger der legendären Band Mutter (über die es einen sehr guten Dokumentarfilm gibt: Wir waren niemals hier) und nicht zuletzt Chef der (oha!) Schramm Film, die später Petzolds Innere Sicherheit produzieren sollte.

Das Kino Central bietet einen schönen Pressespiegel, Einblicke der Trailer: