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5. November 2009

Wien, Du hast es besser

Der Sinn, den die Filme von Ōshima Nagisa und Will Ferrell machen, und die Sinne, aus denen sie gemacht sind, verhalten sich zum ärmlichen Realitätssinn des "Qualitätskino"-Geschäfts wie Gliedmaßen eines Körpers, der die Ansagen des Über-Ich satt hat: konvulsivisch.


So schreibt Alexander Horwath im November-Programmheft des Wiener Filmmuseums ("Die Ausstellung findet auf der Leinwand statt"). Einen solchen Satz in einem Berliner Kinoprogrammheft zu lesen: darauf kann man lange warten, fürchte ich. Man hätte eigentlich nach der Viennale gleich in Wien bleiben müssen: Die erste Gesamtschau der Kinofilme Ōshimas, die nichts weniger ist als das wichtigste cinephile Ereignis des Jahres, war bereits in einigen amerikanischen Städten zu sehen und wird nach Wien noch in Helsinki, Edinburgh, Turin, Zürich und München Station machen. Nicht jedoch, etwas anderes hatte ich auch gar nicht erwartet, in Berlin.

14. Oktober 2009

DVDs: Nachtrag

polyfilm video:

neuer VÖ 06.11.2009: Oshima Nagisa - Das Grab der Sonne
neuer VÖ 04.12.2009: Oshima Nagisa - Sing a Song of Sex
neuer VÖ 18.12.2009: Oshima Nagisa - Die Nacht des Mörders
neuer VÖ 22.01.2010: Oshima Nagisa - Nacht und Nebel über Japan
neuer VÖ 29.01.2010: Nomura Yoshitaro - Dämon
neuer VÖ 12.02.2010: Nomura Yoshitaro - Das Dorf der 8 Grabsteine


Alamode Film:

neuer VÖ 30.10.2009: Johnnie To & Wai Ka-Fai – Mad Detective

13. Oktober 2009

Neue DVDs

Bereits die zweite Riesen-DVD-Kollektion in diesem Jahr bringt Arthaus diese Woche in die Läden. Edition Deutscher Film ist freilich ein weit weniger ambitioniertes Paket als die Filmverlag der Autoren Edition. Versammelt ist (fast) ausschließlich, was Rang und Namen hat, zu haben meint oder sonstwie publikumskompatibel daherkommt. Gut, Thome ist dabei, Fassbinder sowieso, Herzig auch, aber sonst: wenig genuin interessantes und nicht zuletzt kaum etwas, das nicht bereits verfügbar gewesen wäre. Repräsentanz, Repräsentanz, leider nach den falschen Maßstäben. Nun ja: "Zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik Deutschland und zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls präsentieren Arthaus und KulturSPIEGEL die „Edition Deutscher Film“ mit 50 ausgewählten Meisterwerken des deutschen Kinos".
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Gerner verweise ich da schon auf Bruce-Webers Chet-Baker-Doku Let's Get Lost, die bei Pierot le Fou erscheint und einen sehr guten Ruf hat.
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Und natürlich noch einmal auf polyfilms "Japanische Meisterwerke"-Edition: Oshimas Dritter Spielfilm Taiyo no hakaba (Das Grab der Sonne) erscheint diesen Freitag.
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Neben Sogo Ishii und Takashi Miike vielleicht der wichtigste japanische Gegenwartsregisseur ist Shinya Tsukamoto. Seinen unter anderem von Ekkehard Knörer gepriesenen Nightmare Detektive habe ich leider noch nicht gesehen, diese Woche wird bereits der Nachfolger Nightmare Detektive 2 veröffentlicht. Hier der Trailer (bei Tsukamoto ist es durchaus möglich, dass der nicht einmal zuviel verspricht):

3. Oktober 2009

DVD-Edition "Japanische Meisterregisseure"

Da ich an dieser Stelle Anfang der Woche wieder einmal über die Veröffentlichungspolitik deutscher DVD-Labels hergezogen bin: Es gibt auch gute Nachrichten. Die interessanteste deutsche DVD-Reihe seit langem stammt aus dem Haus polyfilm video: "Japanische Meisterregisseure" präsentiert Werke von Nagisa Oshima, Yoshitaru Nomura (der einzige der vier, bei dem ich das "Meisterregisseur", mangels Kenntnis seiner Werke, noch zur Diskussion stellen würde), Keisuke Kinoshita und Yasujiro Ozu. Hier die Titelauflistung. Insbesondere Ozus Werk ist bis heute nicht nur irgendeine, sondern vielleicht tatsächlich die prominenteste Lücke im deutschen DVD-Angebot (das vorzügliche Schweizer Label trigon hat freilich bereits einige Filme im Angebot).
Die Ozu-Filme haben noch kein VÖ-Datum. Den Anfang macht Oshima. Vier seiner Frühwerke sollen bis Ende des Jahres den Weg in den Handel finden. Bleibt zu hoffen, dass polyfilm das alles wie angekündigt durchziehen kann.

8. September 2009

Gishiki

Nur ein kurzer Hinweis: Nagisa Oshimas Gishiki laueft heute abend im Arsenal. Ein stahlhartes, glasklares Masterpiece in Cinemascope; japanische Geschichte als paranoid-perverser Familienzusammenhang; jede Menge Leichen im Keller und eine nach der anderen wird ausgegraben. Ein (wer weiss, wielleicht sogar: der)Schlüsselfilm des modernen japanischen Kinos. Kurzum: Anschauen!
Und, nur damit das hier auch einmal erwaehnt wird: İm Arsenal lauft zZ eine Agnes-Varda-Komplettretro...

21. Juli 2009

DVDs für den Sommer (mit Fußbad zu gucken)


raro video

Trotz der mäßigen Qualitäten des diesjährigen Sommers entwickelt sich das mit den DVDs durchaus. Vorhin kam die Meldung rein, dass das Berliner Label Absolut im September wohl weiter der Freude an Boxsets deutscher Regisseur_innen fröhnt und eine Monika Treut Box rausbringt. Soweit zu sehen ist das alles eigentlich schon auf DVD greifbar, aber vielleicht führt das ja dazu, dass die Filme nochmal neu gesichtet werden. Und immerhin: teuerer als die DVDs einzeln zu kaufen ist es auch nich.

A propos teurer: Trigon hat zwei Oshima-Filme, die öfter genannt werden (aber das werden ja glücklicherweise in letzter Zeit wieder mehr von dem) auf DVD veröffentlicht. Allerdings scheint nur einer der beiden noch nicht vorzuliegen: Street of Love and Hope (dessen Originaltitel Ai to kibo no machi interessanterweise nicht erwähnt wird). Hingegen Seishun zankoku monogatari / Naked Youth zu veröffentlichen, ohne erkenntliche Vorteile gegenüber der bestehenden Yume Veröffentlichung, gibt Rätsel auf - vielleicht erklärt sich das ja sobald ich DVD gesehen hab (oder kann mich der Kollege aufklären?). Stolze Preise haben die beiden mit 22,- EUR für DVDs, die offenbar keinerlei Extras bieten außerdem.

Dagegen sei angesichts der Erschwinglichkeit daher um so mehr der Hinweis von dvdbiblog auf die Veröffentlichung eines Dokuments der politischen Auseinandersetzungen im Italien der 60er Jahre weitergegeben: Pasolinis/Guareschis La Rabbia ist beim Römischen Label rarovideo erschienen. Interessant ergänzt durch den Versuch einer Rekonstruktion der Pasolini'schen Fassung. Klingt erstmal gut.

2. Februar 2009

Nagisa Oshima im Arsenal

Auf Imamura folgt Oshima. In der Filmreihe "Hommage an Madame Kawakita" zeigt das Kino Arsenal noch bis Donnerstag drei Filme eines Regisseurs, der in fast jeder Geschichtsschreibung des japanischen Kinos eine zentrale Stellung einnimmt, dessen Filme aber - abgesehen von Im Reich der Sinne - wenig präsent sind. Zu sehen sind: Violence at Noon, The Ceremony und Boy. Letzterer ist die Verfilmung einer frühen Kenzaburo-Oe-Erzählung. Hier der Trailer: