"No Comfort Zone" ist die Werksschau überschrieben, die das Arsenal Denis Côté widmet und die heute mit Vic+Flo ont vu un ours, einem der interessantesten Filme der diesjährigen Berlinale, eröffnet wird. Ich war mit lange nicht sicher, was ich von Côtés Filmen, in denen eine ziemlich grundsätzliche Gewalttätigkeit steckt, halten soll. Endgültig überzeugt hat mich dann der Film, der am Sonntag läuft, Elle veut le chaos, den ich vor ein paar Monaten nachgeholt habe und dessen malerischer Nihilismus lange nachwirkt; zumindest bei mir.
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12. April 2013
25. Februar 2013
Ab Freitag: Ein Lied um Mitternacht im Arsenal
Nachfolgend ein Ankündigungstext zur Filmreihe "Ein Lied um Mitternacht", die ab dem 1.3. im Berliner Arsenal zu sehen sein wird und an deren Kuratierung und Organisation einige Überbau-Autoren beteiligt sind. Das Programm und weitere Informationen hier.
Ein Lied um Mitternacht Chinesische Filmgeschichte von 1929 bis 19641. bis 31. März 2013 im Kino Arsenal |
| Die Reihe "Ein Lied um Mitternacht – Chinesische Filmgeschichte von 1929 bis 1964" präsentiert erstmals einen Teil der chinesischen Filmgeschichte, der in Deutschland bislang unsichtbar war. Zum Vorschein kommt dabei eine der reichhaltigsten und vielseitigsten Kinematografien der Filmgeschichte. Die Reihe bildet das chinesische Kino in all seiner Heterogenität und Formenvielfalt in 24 Filmen ab: chinesische Filmgeschichte als ein offenes Spannungsfeld von Traditionslinien und Brüchen, das bis in die Gegenwart hinein das aktuelle Festivalkino prägt. Seit den 80er Jahren findet der chinesische Film weltweit Aufmerksamkeit. Programmkinos und Festivals feierten Regisseure wie Zhang Yimou, Jia Zhang-ke oder Wang Bing – ihre Filme wurden in den Feuilletons diskutiert. Jedoch meist in der Annahme, dass sich die vermeintlich staatskritische Ausrichtung der Filme grundlegend von dem unterscheide, was ihm historisch vorausging. Mehr noch, dass sein präziser Blick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse eine Befreiung darstelle von einem banalen Kino des Dogmas und der kommunistischen Propaganda. Mit Blick auf die chinesische Filmgeschichte lässt sich diese Annahme nur bedingt aufrechterhalten. Sichtbar wird stattdessen eine vielseitige, dynamische Nationalkinematografie, die sich einerseits nicht auf eindeutige ideologische Positionierungen reduzieren lässt, andererseits aber da, wo sie sich für propagandistische Anstrengungen einspannen lässt, eine beeindruckende Vielfalt aufweist. Das Programm stellt Melodramen, Komödien und Krimis des breit gefächerten Star- und Genresystems des Shanghai-Kinos der 30er Jahre – darunter die Filme DAYBREAK (Tianming, China 1933) und LITTLE TOYS (Xiao Wanyi, China 1933) von Sun Yu neben das neue Kino, das nach dem Sieg der Volksbefreiungsarmee 1949 entstand. Selbst diese Filme lassen sich nicht auf die Klischees eines eindimensionalen Propagandafilmschaffens reduzieren. Es finden sich ebenso spielerische, wie filmisch versierte Auseinandersetzungen mit der sozialistischen Umgestaltung des Gemeinwesens. Eine besondere Entdeckung sind dabei zwei Animationsfilme der Zeichentrickpioniere Wan Guchan und Wan Laiming. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Frühwerk des Autorenfilmers Xie Jin. Die ersten beiden Filme von Xie, WOMAN BASKETBALL PLAYER NO. 5 (Nu lan wu hao, Volksrepublik China 1957) und RED DETACHEMENT OF WOMAN (Hong se niang zi jun, Volksrepublik China 1961), verweisen auf eine besonders wichtige Traditionslinie: die Rolle der Frau in der chinesischen Gesellschaft. |
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2. Februar 2013
Kinoshita-Retrospektive im Arsenal
Die Berlinale beginnt gefühlt bereits heute: mit der Vorführung von Keisuke Kinoshitas Twenty-Four Eyes im Arsenal, Auftakt einer elfteiligen Retrospektive teils innerhab, teils außerhalb des Festivals. In der taz habe ich über zwei der Filme geschrieben. Zum heutigen Eröffnungsfilm (der digital vorgeführt wird, über die Qualitätdes Transfers weiß ich nichts) gibt es einen schönen, etwas älteren Text von Ekkehard Knörer, erschienen ebenfalls in der taz:
Sein Film ist so konkret wie die 12 Augenpaare, so abstrakt wie das zyklische Entstehen und Vergehen des Lebens in der Natur.
Sein Film ist so konkret wie die 12 Augenpaare, so abstrakt wie das zyklische Entstehen und Vergehen des Lebens in der Natur.
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6. Dezember 2012
Scorsese-Retrospektive im Arsenal
Heute beginnt eine nicht komplette, aber umfangreiche Scorsese-Retro im Arsenal. Mit Mean Street, den man natürlich eigentlich nicht verpassen darf.
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4. November 2012
Hong Sang-soo im Arsenal
Die Hong Sang-soo-Retrospektive soll hiermit noch ein weiteres Mal unbedingt empfohlen werden. Sie läuft bereits einige Tage, allerdings werden alle Filme noch mindestens einmal gezeigt. Meine eigene Einführung ist auch schon vorbei, dafür kann man in den nächsten Tagen noch u.a. Ekkehard Knörer, Rudolf Thome und Nikolaus Perneczky live erleben. Die Filme sind sowieso großartig, ganz besonders auch der neue. In Another Country ist am 20.11. und am 23.11. zu sehen.
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4. Oktober 2012
Bellocchio im Arsenal
Um das Blog nicht völlig einschlafen zu lassen: Der schöne Berliner Kinoherbst setzt sich fort. Das Arsenal zeigt eine Bellocchio-Komplettretrospektive (zumindest was die Kinofilme angeht), der gerade erst in Venedig uraufgeführte Bella addormentata macht morgen den Anfang. Im Vorfeld der Reihe habe ich das Debüt I pugni in tasca sehen können (das am Samstag und dann noch einmal nächste Woche vorgeführt wird) und war schwer begeistert.
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30. August 2012
September: Resnais und Graf
Übermorgen endet die informelle Sommerpause in den deutschen Kinos, es starten Retrospektiven der Werke Alain Resnais (komplett), respektive Dominik Grafs (fast alle Kinofilme und ausgewählte Fernseharbeiten). Gleich am 1. September steht man vor einem Problem, weil zwei Pflichtfilme parallel laufen: Resnais neuester Vous n'avez encore rien vu und Grafs ausgesprochen schönes Frühwerk Treffer, zu dem Überbau-Autor Thomas Groh einen einleitenden Vortrag hält (danach gleich noch Der Skorpion). Ein wenig ärgerlich ist die Überschneidung schon, erst recht, weil beide Filme (wie überhaupt alles in der Graf-Reihe, Die Sieger zB werde ich verpassen, das ärgert mich maßlos) nicht wiederholt werden. Aber klar: Luxusprobleme.
Nachtrag: Bei einer Reihe von Filmen in der Graf-Retro ist kein Format angegeben. Ich hoffe sehr, dass das nicht durchgängig Digibeta bedeutet...
Nachtrag: Bei einer Reihe von Filmen in der Graf-Retro ist kein Format angegeben. Ich hoffe sehr, dass das nicht durchgängig Digibeta bedeutet...
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25. Juli 2012
Blaxploitation im Arsenal
Ein Lebenszeichen aus dem Sommerloch, das die Berliner Kinos abseits der Multiplexe dieses Jahr besonders fest im Griff zu haben scheint: Das Arsenal zeigt eine kleine, schöne Auswahl von Blaxploitationfilmen der Siebziger Jahre. Das sind zwar hauptsächlich die bekanntesten Vertreter der Welle, aber dafür, was ja längst nicht mehr selbstverständlich ist: allesamt 35mm und OV / OmU. (Nachtrag: nicht ganz alle, leider; ausgerechnet Melvin van Peebles' Klassiker Sweet Sweetback's Baadasssss Song läuft nur als DigiBeta) Die Reihe läuft noch bis Mitte August, heute steht ein Film auf dem Programm, den ich noch nicht kenne: Cotton Comes to Harlem, eine Regiearbeit von Ossie Davis, von dem ich vor einigen Jahren den schönen Gordon's War gesehen habe.
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13. April 2012
Grzegorz Królikiewicz im Zeughauskino
Eine Entdeckung kann man möglicherweise ab heute abend im Zeughauskino machen: Dort startet eine Retrospektive der Filme eines mir bislang noch völlig unbekannten Regisseurs. Die Ankündigungstexte wecken Neugier. Ein auf Youtube verfügbarer Kurzfilm erst recht:
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30. März 2012
Papas Kino?
Ein weiterer Film von Will Tremper, Flucht nach Berlin, eröffnet am Sonntag die Reihe Papas Kino?, in der das Zeughauskino sich das westdeutsche Filmschaffen der späten Fünfziger und frühen Sechziger Jahre, gegen das die Oberhausener agitierten, noch einmal näher anschaut. Ein Highlight sicher am 3.4.: Georg Tresslers Das Totenschiff.
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4. Oktober 2011
Assayas im Arsenal
Wieder einmal ein etwas verspäteter Hinweis auf eine Reihe, die sich vermutlich ohnehin ausreichend herumgesprochen hat: Im Arsenal läuft bereits seit einigen Tagen eine Assayas-Komplettretro. Für Kurzentschlossene: Heute Abend ist der Regisseur im Kino zu Gast und wird im Anschluss an L'eau froide über den Film sprechen.
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23. September 2011
Nordkoreanisaches Kino im Babylon Mitte
Eine recht umfangreiche Filmreihe zum Kino Nordkoreas zeigt das Babylon Mitte. Nach einer Diskussionsveranstaltung heute wird morgen mit The Wheels of Happiness (2010) eröffnet. Ich kenne bislang drei Filme aus dem Programm: A Schoolgirl's Diary, ein eher unspektakulärer Versuch, "echtes" Festivalkino zu produzieren, den sehr interessanten Martial-Arts-Film Hong Kil Dong sowie das unbedingt zu empfehlende Revolutionsmelo The Flower Girl.
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5. September 2011
Akira Kurosawa im Arsenal
Nur kurz erwähnt, da es sich vermutlich ohnehin herumgesprochen hat, sei der vermutliche Höhepunkt der Berliner Kinosaison 2011: Eine Akira-Kurosawa-Komplettretro im Arsenal. Los geht es heute mit dem späten Meisterwerk Ran, die Reihe wird dann bis Ende Oktober fortgesetzt.
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18. Juli 2011
Keine Empfehlung: Chaplin Complete
Die Filmreihe, die morgen im Babylon beginnt, ist die ärgerlichste des Jahres. Bert Rebhandl schreibt hier, warum. Mehr auf facebook, googleplus, twitter usw.
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24. Juni 2011
Filmschau Werner Herzog im Zeughauskino
Ein Höhepunkt des Kinosommers: Heute Abend beginnt eine umfangreiche Filmschau zum Werk Werner Herzogs im Zeughauskino. Den Anfang machen sein erster Spielfilm Lebenszeichen und Aguirre, der Zorn Gottes. Es folgen die zentralen Werke der Siebziger und zahlreiche jüngere Arbeiten. Auch My Son, My Son, What Have Ye Done, der jüngste Spielfilm des Regisseurs, der bislang noch keinen Starttermin für eine Kinoauswertung erhalten hat, ist im Programm vertreten. Einige der neueren Arbeiten werden in digitalen Versionen gezeigt. Wirklich ärgerlich ist in dieser Hinsicht allerdings nur eine DVD-Projektion von - ausgerechnet - dem mir vielleicht liebsten Herzog-Film Grizzly Man.
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28. Februar 2011
Hellman Rider
Ab Morgen im Arsenal: zwar keine komplette Retrospektive, aber doch immerhin die vier bekanntesten Filme Monte Hellmans (Ride the Whirlwind, The Shooting, Two-Lane Blacktop, The Cockfighter), dazu das Frühwerk Flight to Fury (mit Jack Nicholson) und Romuald Karmakars Fan-Dokumentarfilm Hellman Rider. Der schöne neue Film Road to Nowhere ist leider nicht im Programm, vielleicht, weil da ein regulärer Verleihstart bevorsteht? Schön wäre es ja, so richtig glaube ich freilich nicht dran...
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11. Januar 2011
Werkschau Rudolf Thome im Tilsiter.
Die Tilsiter Lichtspiele in Friedrichshain bleiben auch weiterhin ein ganz heißer Kandidat für den Titel "Unbekanntestes bestes Programmkino der Stadt". Pünktlich zum Kinostart von Rudolf Thomes neuem Film Das Rote Zimmer (den ich allen gerne empfehlen möchte!) beginnt das sympathische Kino mit einer 13 Filme umfassenden Werkschau des Regisseurs. Gezeigt werden Filme aus dessen ganz früher, mittleren und späten Schaffensphase. Zahlreiches Videomaterial zur Inspiration findet sich in Thomes YouTube-Channel.
Außerdem gibt's am 15 Januar nach der 20-Uhr-Vorführung von Das Rote Zimmer ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur.

Foto: Rudolf Thome
Außerdem gibt's am 15 Januar nach der 20-Uhr-Vorführung von Das Rote Zimmer ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur.
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8. November 2010
Nippon 80s – Positionen des japanischen Films der 80er Jahre im Arsenal
Wieder einmal ein etwas verspäteter Hinweis: Bereits seit ein paar Tagen zeigt das Arsenal ein Programm mit japanischen Filmen der Achtziger Jahre. Nach dem Niedergang der Industrie in den Siebzigern formierten sich im Folgejahrzehnt neue Strömungen hauptsächlich außerhalb der großen Studios, allerdings auch außerhalb des Kunstkinozusammenhangs ATG. Eine sehr interessante Phase der japanischen Filmgeschichte. Heute läuft ein Film des äußerst interessanten Dokumentarfilmers Shinsuke Ogawa. Besonders empfehlen kann ich einen Film, der erst nächsten Montag zu sehen ist: Kazuo Haras Meisterwerk The Emperor's Naked Army Marches On, eine der radikalsten Arbeiten des politischen Dokumentarfilms (radikal sowohl in Bezug auf die politische Positionierung, als auch in Bezug auf die dokumentarische Methode), die ich kenne.
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1. Oktober 2010
Claire Denis im Arsenal
Wird eh bekannt sein, trotzdem ein kurzer Hinweis: Heute abend startet die Claire-Denis-Komplettretrospektive im Arsenal mit dem düsteren, ziemlich tollen White Material. Von den frühen, weniger gezeigten Werken empfehle ich hiermit S'en fout la mort, einen Hahnenkampffilm, der zwar im Transitraum beginnt und endet, sich dazwischen jedoch in seinen Schauplatz, eine heruntergekommene Spielhalle mit toller Lightshow, regelrecht verbeißt.
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23. Juli 2010
Ophüls & Ophüls: Programmänderung
Vielleicht ja interessant für alle, die sich derzeit mit mir im Ophüls-Rausch befinden: Martina Müllers Dokumentarfilm Max Ophüls: Den schönen guten Waren kann aus lizenzrechtlichen Gründen morgen nicht gezeigt werden. Statt dessen läuft um 19:00 Uhr noch einmal der wahrscheinlich unbekannteste der amerikanischen Filme des Regisseurs: The Exile (1947).
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