5. Dezember 2008

Filmreihe zum türkischen Kino im Arsenal

Heute startet im Arsenal eine äußerst interessante Filmreihe zum türkischen Kino.

Vom Eröffnungsfilm Üc maymun (man entschuldige die fehlenden Sonderzeichen) möchte ich zwar gleich abraten, ansonsten verspricht das Programm viele Entdeckungen. Ein Höhepunkt stellt Yilmaz Güneys Umut dar. Der mit erkennbar geringem Büdget produzierte Film gilt als erstes Mesiterwerk seines Regisseurs (und wurde, im Gegensatz zu beispielsweise Sürü oder Yol von ihm vor Ort, nicht aus dem Gefängnis heraus, inszeniert). Bekannt sind mir darüber hinaus zwei Filme: Bes vakit ist solides Festivalkino, vom Gutmenschenfilm Bulutlari beklerken sollte man lieber die Finger lassen.

Außerdem wurden mir von zuverlässiger Seite einige weitere Filme ans Herz gelegt: Ceylans Mayis sikintisi, die 80-er-Jahre-Komödien Zügürt aga und Muhsin bey sowie Serif Görens Almanya aci vatan, dessen Titel (übersetzt: "Deutschland bittere Heimat") in der Türkei zum (ironischen) geflügelten Wort avanciert ist.

Umut ist vollständig auf Youtube zu sehen. Hier Teil 1 (sans subtitles):

Kommentare:

Thomas hat gesagt…

ein klitzekleines bisschen finde ich es schade, dass eine solche kinoreihe, die nach ausweis "ein breites panorama", vor allem aber auch viele jahrzehnte anreißt, das, wie wir beide wissen, ja wirklich völlig wahnwitzige türkische genrekino komplett aus dem blick nimmt. nicht, dass ich deshalb maulen wollen würde oder vorwürfe formulieren. nur gehören zu nationalen kinematografien (bzw. zum nachvollzug derselben) eben nicht nur in vergessenheit geratene berlinale-gewinner.

[klar, die beschaffbarkeit ist hier vermutlich eine triftige frage. aber wenigstens ein hinweis wäre schön gewesen. [oder, kommt im arsenal ja jetzt in mode: vielleicht ein dvd-screening]]

Lukas Foerster hat gesagt…

stimmt schon, wobei in der Reihe durchaus auch das populäre Kino vertreten ist (unterrepräsentiert natürlich, aber immerhin laufen Sachen wie zB Muhsin bey).
Das klassische türkische Kino (das in seinen Hochzeiten eines der produktivsten weltweit war - in quantitativer Hinsicht) aufzuarbeiten, das wird einer anderen Filmreihe vorbehalten bleiben. Die Arsenal-Reihe setzt mit einigen wenigen Ausnahmen erst in dem Moment ein, in welchem das Kino in ökonomischer Hinsicht so gut wie bedeutungslos wird.

Sarah hat gesagt…

oh, was hast du gegen "drei affen"? ich mochte den sehr

Lukas Foerster hat gesagt…

naja, der ist sicher Geschmacksache, aber ich war so begeistert von den beiden Vorgängern, dass ich diese verquälte Familiengeschichte nicht ausstehen konnte. Irgendwie kam es mir auch so vor, als ob Ceylan da einfach nur dem Festivalpublikum das geben möchte, was es erwartet (zum Beispiel hat der Film im Gegensatz zu den Vorgängern auch gar keine lustigen Momente mehr).

Sarah hat gesagt…

hmmmm, mit dem mangelnden humor hast du schon recht. und mit uzak und les climats hatte er die messlatte natürlich sehr hoch gelegt. dass ich den film so mochte lag vielleicht auch daran, dass ich ihn unter fürchterlich viel mittelmaß auf einem festival gesehen habe. und er halt doch um einiges besser war, als vieles, was ich in letzter zeit sonst so gesehen habe.