Wieder einmal ein etwas verspäteter Hinweis auf eine Reihe, die sich vermutlich ohnehin ausreichend herumgesprochen hat: Im Arsenal läuft bereits seit einigen Tagen eine Assayas-Komplettretro. Für Kurzentschlossene: Heute Abend ist der Regisseur im Kino zu Gast und wird im Anschluss an L'eau froide über den Film sprechen.
Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
4. Oktober 2011
1. Oktober 2010
Claire Denis im Arsenal
Wird eh bekannt sein, trotzdem ein kurzer Hinweis: Heute abend startet die Claire-Denis-Komplettretrospektive im Arsenal mit dem düsteren, ziemlich tollen White Material. Von den frühen, weniger gezeigten Werken empfehle ich hiermit S'en fout la mort, einen Hahnenkampffilm, der zwar im Transitraum beginnt und endet, sich dazwischen jedoch in seinen Schauplatz, eine heruntergekommene Spielhalle mit toller Lightshow, regelrecht verbeißt.
abgeheftet unter:
Arsenal,
Claire Denis,
Frankreich,
kino,
Retrospektive,
world cinema
4. Mai 2010
Raphael Grisey und Bouba Touré im Arsenal
Am Freitag zeigt das Arsenal im Rahmen der Reihe Archiv möglicher Zukunft eine sehenswerte Arbeit des jungen französischen Filmemachers Raphael Grisey (mit dem ich, das sei hiermit offengelegt, bekannt bin). Cooperative ist experimenteller Dokumentarfilm im Splitscreen-Format über eine agrarische Genossenschaft in Mali, die in den 1970er Jahren von einer Gruppe afrikanischer Rückkehrer gegründet wurde. Von Anbeginn vermischten sich existenzielle mit politischen Beweggründen: Die Emigration nach Frankreich war für viele in die Sackgasse des Lohnsklaventums gemündet, das Versprechen von „Françafrique“ hatte an Zugkraft eingebüßt. Infolge kehrten die Begründer der Kooperative nicht nur dem offiziellen Frankreich, sondern auch dem Marxismus-Leninismus der französischen radikalen Linken den Rücken, worin sie eine vorübergehende Heimat gefunden hatten.

Grisey macht interessanten Gebrauch vom Splitscreen: Keine einzelne Logik zieht sich durch die Anordnung der beiden Bildschirmflächen, sondern es verbindet oder trennt sie eine Vielzahl beweglicher Scharniere. Zwei Kameras, die auf den selben Gegenstand gerichtet sind, finden sich ebenso wie weit auseinander liegende Sujets, räumlich und zeitlich. Manchmal scheint die Verbindung ihre Inspiration aus rein piktorialen Erwägungen zu ziehen, etwas wenn links eine Tonne zu sehen ist, aus der ein Mädchen Bücher fischt, und rechts – vermutlich – der Schacht eines Brunnens. Beide Sujets in Draufsicht ähneln einander, und wenn das Mädchen die Titel der Bücher laut entziffert, hallt ihre Stimme, als säße sie am Grund des Brunnens. An anderer Stelle geht es um das globalisierte Nebeneinander des Inkommensurablen: Das Bild einer Gruppe afrikanischer Landarbeiter auf dem Weg zum Feld und jenes französischer Gewerkschafter (CGT) beim Protestmarsch durch eine Pariser Allee ähneln einander im Bewegungsvektor und dessen Mitvollzug durch die im Schnitt synchronisierten Kameraschwenks, ohne dass sich daraus weitere Ähnlichkeiten, und daran anschließend Thesen etc., ergäben.
Der Film navigiert – anhand mehrerer Erzählstimmen, die nicht immer klar zuordenbar sind – zwischen berichteter (und selten über Fotografien vermittelter) Vergangenheit und der Gegenwart der Dreharbeiten in Paris und Mali. Die Kooperative existiert immer noch, Bouba Touré, einer ihrer Gründerväter, zieht es trotzdem vor, in Paris zu leben. Flankierend wird Tourés 58 rue Trousseau, 75011 Paris, France gezeigt, ein sehr persönliches Zeugnis der langen 1960er Jahre aus der Perspektive eines Zerrissenen. Während er die Wände seiner Pariser Wohnung, die mit Fotos, Zeitungsausschnitten und anderen Zeitdokumenten zugepflastert ist, mit einer Digicam abfilmt, beschwört er Namen, Ereignisse und Lehren aus den politischen Kämpfen jener Zeit: Wie Tourés Duktus einzelne Satzteile in rhythmischer Wiederholung zu mahnenden Slogans ausgestaltet, entfaltet einen mindestens ebenso hypnotischen Sog wie die emphatische Erzählstimme aus den Filmtagebüchern von Jonas Mekas.
abgeheftet unter:
Afrika,
Dokumentarfilm,
Essayfilm,
Frankreich,
Postkolonialismus
30. Juni 2009
9. Französische Filmwoche
Im Cinema Paris und im Filmtheater am Friedrichshain findet ab Übermorgen die 9. französische Filmwoche statt.
Zu den Höhepunkten gehört sicherlich Agnes Vardas Les plages d’agnès, ein autobiografischer Film, der mir bereits mehrfach empfohlen wurde. Arnaud Desplechins vielfach hochgelobter Un conte de noel ist ebenfalls zu sehen. Auch der neue Chabrol, der auf der letzten Berlinale außer Konkurrenz präsentiert wurde, ist zu sehen. Hier der Trailer zu Bellamy:
Abraten möchte ich von Sophie Fillieres' Un chat un chat, der mir auf der Berlinale unglaublich auf die Nerven gegangen war. Erwähnenswert ist vielleicht noch der neue Film von Christophe Honore, dessen Les chansons d'amour ich freilich für eine doch eher sinnbefreite Unternehmung halte. Sein neuer Film heißt La belle persone und ist eine Literaturverfilmung.
Zu den Höhepunkten gehört sicherlich Agnes Vardas Les plages d’agnès, ein autobiografischer Film, der mir bereits mehrfach empfohlen wurde. Arnaud Desplechins vielfach hochgelobter Un conte de noel ist ebenfalls zu sehen. Auch der neue Chabrol, der auf der letzten Berlinale außer Konkurrenz präsentiert wurde, ist zu sehen. Hier der Trailer zu Bellamy:
Abraten möchte ich von Sophie Fillieres' Un chat un chat, der mir auf der Berlinale unglaublich auf die Nerven gegangen war. Erwähnenswert ist vielleicht noch der neue Film von Christophe Honore, dessen Les chansons d'amour ich freilich für eine doch eher sinnbefreite Unternehmung halte. Sein neuer Film heißt La belle persone und ist eine Literaturverfilmung.
abgeheftet unter:
Agnes Varda,
Arnaud Desplechin,
Cinema Paris,
Claude Chabrol,
Filmtheater am Friedrichshain,
Frankreich,
französisches Kino,
kino
18. Mai 2009
Sondertermin Revolutionen aus dem Off
Wegen eines Bombenfundes musste am 24.4. eine Verantaltung der Filmreihe Revolutionen aus dem Off, über die hier bereits mehrfach zu lesen war, ausfallen. Heute um 20:00 Uhr wird sie im Zeughauskino nachgeholt. Gezeigt werden zwei Filme, die von afriknaischen Regiseuren im französischen Exil gedreht wurden:
Afrique-sur-Seine
F 1955, R: Paulin Soumanou Vieyra, 21’ DVD, OmeU
Concerto pour un Exil
CI/F 1968, R: Désiré Écaré, 42’ OF
Von besonderem historischen Interesse ist Afrique-sur-seine, der als erste Regiearbeit eines Afrikaners überhaupt gilt.
Afrique-sur-Seine
F 1955, R: Paulin Soumanou Vieyra, 21’ DVD, OmeU
Concerto pour un Exil
CI/F 1968, R: Désiré Écaré, 42’ OF
Von besonderem historischen Interesse ist Afrique-sur-seine, der als erste Regiearbeit eines Afrikaners überhaupt gilt.
abgeheftet unter:
Afrika,
Exil,
Frankreich,
kino,
Migration,
Paris,
Revolutionen aus dem Off,
Zeughauskino
Abonnieren
Posts (Atom)