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5. Juni 2012

Trinh T. Minh-ha im Arsenal

Bevor es zu spät ist, doch noch ein kurzer Hinweis: Die amerikanische Filmemacherin und Filmtheoretikerin Trinh T. Minh-ha zeigt derzeit ihre Filme im Arsenal. Ich kenne bisher nur Surname Viet Given Name Nam, der ist ein veritables Meisterwerk (lief allerdings gleich zum Auftakt). Heute abend wird der dreistündige Naked Spaces - Living is Round gezeigt, ein in Afrika entstandener Film.

Komplett auf Youtube eingestellt ist ihr erster mittellanger Film Reassemblage:

9. November 2010

Heinz Emigholz auf 3sat.

Ab heute und noch bis 16.11. zeigt 3sat Filme von Heinz Emigholz. Weitere Informationen und Sendetermine hier.

2. Oktober 2010

Hartmut Bitomsky: Ausstellung und Filme

Schon seit dem 25.09. und noch bis Anfang November widmet der n.b.k. Hartmut Bitomsky eine Ausstellung, die hauptsächlich aus einer Installation namens Shakkei – Geborgte Landschaft zu bestehen scheint. Morgen werden außerdem ab 15:00 Uhr vier seiner filmreflexiven Essayfilme gezeigt und diskursiv begleitet: Flächen Bunker (1991), Das Kino, der Wind und die Fotografie (1991), Playback (1995) und Das Kino und der Tod (1988). Letzteren habe ich noch nicht gesehen, die ersten drei sind ziemlich großartig.

13. Juli 2010

Filme von James Benning auf 3sat.

Heute abend zeigt 3sat um 23 Uhr die Dokumentation James Benning: Circling the Image, in der Reinhard Wulf dem Dokumentar/Essay/Avantgarde-Filmemacher James Benning bei dessen Arbeit zu 13 Lakes interessiert über die Schulter schaut.

Die Doku bildet den Auftakt einer kleinen Benning-Reihe auf dem Sender, deren genauen Termine sich am Ende dieses Infotexts auf der Senderwebsite finden.



(Inwiefern es überhaupt sinnvoll ist, Benning-Filme im Fernsehen zu sehen/zu zeigen, ist eine unbedingt stellenswerte Frage, zu deren Beantwortung die Reihe vielleicht Erfahrungswissen beisteuert.)

Und weil er so schön ist: Bennings Viennale-Jingle -

4. Mai 2010

Raphael Grisey und Bouba Touré im Arsenal

Am Freitag zeigt das Arsenal im Rahmen der Reihe Archiv möglicher Zukunft eine sehenswerte Arbeit des jungen französischen Filmemachers Raphael Grisey (mit dem ich, das sei hiermit offengelegt, bekannt bin). Cooperative ist experimenteller Dokumentarfilm im Splitscreen-Format über eine agrarische Genossenschaft in Mali, die in den 1970er Jahren von einer Gruppe afrikanischer Rückkehrer gegründet wurde. Von Anbeginn vermischten sich existenzielle mit politischen Beweggründen: Die Emigration nach Frankreich war für viele in die Sackgasse des Lohnsklaventums gemündet, das Versprechen von „Françafrique“ hatte an Zugkraft eingebüßt. Infolge kehrten die Begründer der Kooperative nicht nur dem offiziellen Frankreich, sondern auch dem Marxismus-Leninismus der französischen radikalen Linken den Rücken, worin sie eine vorübergehende Heimat gefunden hatten.



















Grisey macht interessanten Gebrauch vom Splitscreen: Keine einzelne Logik zieht sich durch die Anordnung der beiden Bildschirmflächen, sondern es verbindet oder trennt sie eine Vielzahl beweglicher Scharniere. Zwei Kameras, die auf den selben Gegenstand gerichtet sind, finden sich ebenso wie weit auseinander liegende Sujets, räumlich und zeitlich. Manchmal scheint die Verbindung ihre Inspiration aus rein piktorialen Erwägungen zu ziehen, etwas wenn links eine Tonne zu sehen ist, aus der ein Mädchen Bücher fischt, und rechts – vermutlich – der Schacht eines Brunnens. Beide Sujets in Draufsicht ähneln einander, und wenn das Mädchen die Titel der Bücher laut entziffert, hallt ihre Stimme, als säße sie am Grund des Brunnens. An anderer Stelle geht es um das globalisierte Nebeneinander des Inkommensurablen: Das Bild einer Gruppe afrikanischer Landarbeiter auf dem Weg zum Feld und jenes französischer Gewerkschafter (CGT) beim Protestmarsch durch eine Pariser Allee ähneln einander im Bewegungsvektor und dessen Mitvollzug durch die im Schnitt synchronisierten Kameraschwenks, ohne dass sich daraus weitere Ähnlichkeiten, und daran anschließend Thesen etc., ergäben.

Der Film navigiert – anhand mehrerer Erzählstimmen, die nicht immer klar zuordenbar sind – zwischen berichteter (und selten über Fotografien vermittelter) Vergangenheit und der Gegenwart der Dreharbeiten in Paris und Mali. Die Kooperative existiert immer noch, Bouba Touré, einer ihrer Gründerväter, zieht es trotzdem vor, in Paris zu leben. Flankierend wird Tourés 58 rue Trousseau, 75011 Paris, France gezeigt, ein sehr persönliches Zeugnis der langen 1960er Jahre aus der Perspektive eines Zerrissenen. Während er die Wände seiner Pariser Wohnung, die mit Fotos, Zeitungsausschnitten und anderen Zeitdokumenten zugepflastert ist, mit einer Digicam abfilmt, beschwört er Namen, Ereignisse und Lehren aus den politischen Kämpfen jener Zeit: Wie Tourés Duktus einzelne Satzteile in rhythmischer Wiederholung zu mahnenden Slogans ausgestaltet, entfaltet einen mindestens ebenso hypnotischen Sog wie die emphatische Erzählstimme aus den Filmtagebüchern von Jonas Mekas.

5. November 2009

Harun Farocki: Werkschau im Kino Eiszeit.



Heute beginnt im Kino Eiszeit eine Werkschau mit den Filmen von Harun Farocki. Sämtliche Termine und weitere Informationen lassen sich der Website des Kinos entnehmen.

Das unverzichtbare Blog "Film Studies For Free" hat eine umfassende Linkliste mit im Netz verfügbaren Materialien, Texten, etc. zu Farockis Filmen zusammengestellt.

7. März 2009

Zizek dann doch nicht im Arsenal.


Andrang vor dem Kino Arsenal (Symbolbild)

Obwohl wir vom Überbau im Vorfeld, soweit ich das überblicke, nicht darauf hingewiesen hatten, erwies sich die Vorführung von Sophie Fiennes' in Zusammenarbeit mit dem slowenischen Theorie-Rockstar Slavoj Zizek entstandene The Pervert's Guide to the Cinema am gestrigen Abend im Kino Arsenal dennoch wundersamerweise als echter Publikumsmagnet - so vollgedrängt hatte man das räumlich nicht eben knapp bemessene Foyer des Kinos im Bauche des Filmhauses auch bei gut besuchten Vorstellungen bislang nicht erlebt. Die Folge freilich war, dass nicht wenige Leute, und so auch der Autor dieser Zeilen, zunächst mit Wartenummern (für den Fall der Fälle, dass Reservierungen nicht in Karten umgesetzt wurden) ausgestattet wurden, um schließlich doch nach Hause gehen zu müssen (wohlgemerkt: trotz Ankunft etwa eine Stunde vor Vorstellungsbeginn).

Zwar wurde man so, nach langer Wartezeit, um eine mutmaßliche Schau gebracht - Zizek selbst war anwesend -, doch gibt's keinen Grund zum Verzagen. Zum einen ist eine DVD des Films nun bei Zweitausendeins erhältlich und schon seit längerer Zeit in Form von Importware in wenigstens zwei der nebenstehend verlinkten Berliner Videotheken entleihbar. Zum anderen versieht den frustrierten Doch-Nicht-Kinobesucher YouTube mit einigen Clips und Ausschnitten.



[Der Abend brachte dann immerhin als Zwangsalternative eine ziemlich mitreißende neue Folge einer us-amerikanischen Qualitätsserie sowie zwei alte Gruselhörspiele aus dem Hause Europa, die sich allerdings als ziemliche Stinker erwiesen]

4. Dezember 2008

Der Schauplatz des Krieges

Heute abend zeigt das Zeughauskino Hartmut Bitomskys fürs Fernsehen produzierten Meta-Filmessay Der Schauplatz des Krieges. Das Kino von John Ford. Bitomsky selbst über seinen Film:

"Es geht also vordringlich um eine andere Weise, die Filme von Ford zu verstehen, ohne sie zu liquidieren. Es geht nicht darum, sie auf Formeln zu reduzieren, ihre Quintessenz herauszupräparieren. Es geht darum: theoretische Werkzeuge zu entwickeln, die mehr Sinn bei den Filmen zu erzeugen vermögen; mehr Sinn, als sowohl die Beweihräucherung wie auch die Ideologiekritik hineinlegen können."

Ein in diesem Zusammenhang interessantes Projekt startete diesen Sommer: Kunst der Vermittlung. Michael Baute, Volker Pantenburg (beide newfilmkritik), Stefan Pethke, Stefanie Schlüter und Erik Stein arbeiten die Geschichte des filmvermittelnden Films exemplarisch anhand von ausgwählten deutschen, französischen und österreichischen Beispielen auf.