1. Oktober 2013

Counterplanning from the Kitchen (1.10.-3.12.2013, Moviemento und Vierte Welt)

Wie prekär die Überlieferung feminstischer Filmgeschichte ist, merkt man wohl erst so richtig bitter, wenn man eine Filmreihe zur feministischen Filmgeschichte plant. Verlorene Filme, Filme, die nur noch auf Video dem Verlust trotzen und so weiter und so fort. Die Filmreihe Counterplanning from the Kitchen - Feministischer Film als politische Praxis versucht dennoch einige schon fast vergessene Filme wieder ins Spiel bzw. die Diskussion zu bringen. Den Auftakt zu elf Abenden mit zahlreichen spannenden Gästen macht die Vorführung von Anna und Edith (BRD 1975, Gerrit Neuhaus) in Anwesenheit von Cristina Perincioli. Bis Anfang Dezember gibt es jeden Dienstag (und einmal Samstag) die Vielfalt des feministischen Kinos (wieder) zu entdecken. Programm.

Cinema of Outsiders (1.-19.10. im Zeughauskino)

Endlich wird die Reihe Wirklichkeit. Trotz fehlender Förderung haben Hannes Brühwiler und das Zeughauskino die Reihe zum US Independentkino der 1980er Jahre gestemmt. Heute Abend wird die Reihe mit Bette Gordons Variety eröffnet. Danach möchte man eigentlich direkt zwei Wochen lang ins Kino ziehen, um Parting Glances, Bless Their Little Hearts und all die anderen Filme zu sehen, die man viel zu lange schon nicht mehr im Kino gesehen hat.
Eine kleine Reihe für die man Kino und Kurator einfach nur dankbar sein kann.
Programm.

9. August 2013

Kinematografie Heute: Philippinen

Schon wieder vergessen, rechtzeitig darauf hinzuweisen: Bereits seit Mittwoch läuft die Reihe "Kinematografie Heute: Philippinen" im Zeughauskino. Empfehlen möchte ich, als Kurator, schlichtweg alle Filme. Am Samstag, dem 11.8., stellen zwei Überbau-Autoren außerdem ein Buch vor...

1. August 2013

Seijun Suzuki im Arsenal

Die Sommerpause ist, wenn es sie denn gab, ab Morgen schon wieder vorbei: Da beginnt eine Reihe mit 13 Filmen von Seijun Suzuki im Arsenal. Leider nur ein kleiner Teil einer viel, viel größeren Retrospektive, die früher im Jahr in Köln zu sehen war und leider auch eher kanonisch ausgewählt. Trotzdem natürlich: jeder Film ein Fest...

24. April 2013

Frieda-Grafe-Reihe im Arsenal

Heute Abend beginnt der erste von drei Blöcken einer Frieda Grafe gewidmeten Reihe im Arsenal. Die Kuratierung ist nicht besonders ambitioniert (es wird einfach eine Lieblingsfilmliste durchgespielt), aber dafür laufen viele tolle, größtenteils selten gezeigte Sachen. Etwas ärgerlich bleibt, dass alle Filme genau einmal vorgeführt werden und auf Wiederholungstermine komplett verzichtet wurde.

Der zweite Film heute Abend: Jacques Tourneurs wundervoller Canyon Passage:

Der 1. Mai in Berlin 1929-1990 (Filmprogramm im Krokodil)

Übermorgen, am Freitag (26.4., um 20:30h) zeigt das Krokodil erneut ein historisches Filmprogramm, das ich nur sehr ans Herz legen kann. Thema diesmal: der 1. Mai.

Das Programm im Detail:

1. MAI WELTFEIERTAG DER ARBEITERKLASSE / BLUTMAI 1929, 9 min
Demonstrationen in Leipzig, Hamburg und München; Prügelnde Polizisten am Berliner Hermannplatz; Auseinandersetzungen mit der Polizei; herausgerissenes Straßenpflaster, zerschossene Fassaden, Panzerwagen; Beerdigung der Opfer in Berlin Friedrichsfelde, Thälmann spricht

1. MAI 1933 DER FEIERTAG DER NATIONALEN ARBEIT, 13 min
Hindenburg und Hitler sprechen am Lustgarten; Aufmarsch mit Losungen auf dem Tempelhofer Feld, u.a. „Die Tschechen knebeln die sudetendeutschen Arbeiter“; Hitler spricht; Bockwurst und Bier; Feuerwerk

DENK DARAN! (WAHLFILM DER SED) 1. MAI 1946, 3 min
Bombenschäden; Trümmerfrauen, Maidemonstration am Lustgarten; Losungen: „Frauen in den Beruf“; „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

1.MAI 1948 IN BERLIN, 7 min
Franz Neumann SPD spricht auf dem Platz der Republik: KZs im Osten; „sie reden vom Einheitsstaat und ziehen an der Elbe Stacheldraht“; Ostberlin Lustgarten: Pieck mit Tulpanow auf Tribüne; Themen: Bruderkampf der Arbeiter und Flüchtlinge

FREIHEIT KENNT KEINE MAUER – Dokumentaraufnahmen diesseits und jenseits der Mauer 1. Mai 1962, 26 min
Trickbild der geteilten Stadt, zivile Demonstration im Westen – im Osten Militärparade; Albert Norden spricht auf dem Marx-Engels-Platz, „Dank des 13. August und der Kampftruppen der NVA Ansehen der DDR sprunghaft gestiegen“, Militärparade, Präsentation der eben eingeführten Offiziersdolche und neuer Technik, Yorckscher Marsch Straße des 17. Juni: Gewerkschaftsgruppen; Familien mit Kindern; Landsmannschaften und die Junge Union schlendern zum vollkommen überfüllten Platz der Republik; Bundespräsident Lübke spricht, Lautsprecherwagen aus Ostberlin stören; Buhrufe; Willi Brandt spricht: „die
Mauer ist keine Grenze, die Mauer ist eine Schande“, „Ulbricht wird an der Mauer ersticken“, Nationalhymne

1.MAI IN KREUZBERG 1990 (Rohmaterial, Ausschnitte)
Aufnahmen vom ersten 01. Mai-Feiertag nach dem Mauerfall; Tagaufnahmen vom Westberliner Demonstrationszug am Görlitzer Bahnhof und am Hermannplatz unter dem Motto "Raus auf die Straße statt heim ins Reich"; Nachtaufnahmen Räumung des Görlitzer Parks / Krawalle in der Oranienstraße

DER 1. MAI AUF DEM MARX-ENGELS-PLATZ, Deutsches pädagogisches Zentralinstitut, Spulentonband 9 min

Kino Krokodil – Filme aus Russland und Osteuropa
Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin
Kino: Fon (030) 44 04 92 98 (ab 19 Uhr)
Email: kinokrokodil@email.de
Eintrittspreis: 6,50 € Andere Preise gelten bei Kurzfilmen,
Überlängen und Programmen mit Livemusikbegleitung.

19. April 2013

Der Aufstand im Warschauer Ghetto (Die Welt in Waffen II)

Heute Abend startet der zweite Teil von unserer Reihe Die Welt in Waffen, der sich dem Aufstand im Warschauer Ghetto widmet. Gemeinsam mit dem Zeughauskino und FilmPolska zeigen wir bis Mittwoch 13 Filme, die sich dem Aufstand aus verschiedenen Perspektiven nähern. Einer der Höhepunkte dürfte der selten gezeigte Kompilationsfilm Mir lebn geblibene sein. Produziert von der polnisch-zionistischen Kinokooperative Kinor, blickt er nach vorne und unterstreicht, dass es auch nach dem Krieg ein jüdisches Leben in Polen gab.

Freitag, 19.4.2013, 19h
Dzień w Warszawie
A Day in Warsaw
PL 1938, R: Paul Goskind, Text: Asher Lerner, K: V. Kaszimierczak, 10′ 35 mm, jiddisch-englische Fassung
Der finfter Jorezeit fun Oipsted in Warschawer Getto
Piata Rocznica w Getice Warsawskim
Der fünfte Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto
PL 1948, R: Saul Goskind, Nathan Gross, 30′ 35 mm, jiddische Fassung
Requiem dla 500 tysięcy
Requiem für 500.000
PL 1963, R: Jerzy Bossak, Wacław Kaźmierczak, 28′ 35 mm, OF englisch eingesprochen
Pod Jednym Niebem
Unter demselben Himmel
PL 1955, R: Kurt Weber, B: Bronisław Wiernik, Kommentar: Tadeusz Różewicz, 19′ 35 mm, OmeU
Mit freundlicher Unterstützung des Steven Spielberg Jewish Film Archive
Grußwort: Tomasz Dąbrowski (Direktor des Polnischen Instituts Berlin)
Einführung: Fabian Tietke




Freitag, 19.4.2013, 21h
Ulica Graniczna
Grenzstraße
PL 1948, R: Aleksander Ford, K: Jaroslav Tuzar, D: Mieczysława Ćwiklińska, Jerzy Leszczyński, Władysław Walter, 126‘ 35 mm, OmeU



Samstag, 20.4.2013, 19h
Im Warschauer Ghetto
D 1942, 9′ 16 mm
Shtikat Haarchion
Geheimsache Ghettofilm
D/IL 2010, R/B: Yael Hersonski, K: Itai Ne’eman, S: Joel Alexis, 89′ DigiBeta, OmeU



Samstag, 20.4.2013, 21h
Wielki tydzień
Die Karwoche
PL/D/F 1995, R/B: Andrzej Wajda nach der gleichnamigen Erzählung von Jerzy Andrzejewski, D: Beata Fudalej, Wojciech Malajkat, Wojciech Pszoniak, Magdalena Warzecha, Cezary Pazura, 93‘ 35 mm, OmeU



Sonntag, 21.4.2013, 19h
Kronika powstania w Getcie Warszawskim wg Marka Edelmana
Chronik des Aufstandes im Warschauer Ghetto
Chronicle of the Warsaw Ghetto Uprising According to Marek Edelman
PL 1993, R/B/K: Jolanta Dylewska, S: Wanda Seeman, 74′ Beta SP, OmeU



Sonntag, 21.4.2013, 20:30h
Pamiętam
I remember
USA, PL 2001, R: Andrzej Wajda, K: Jacek Knopp, Andrzej Adamczak, 58′ DigiBeta, OmeU



Montag, 22.4.2013, 20h
Mir lebn geblibene
We Are Still Alive
PL 1947, R: Natan Gross, P: Kinor-Film-Kooperative, 70′ DVD
Einführung: Stewart Tryster



Dienstag, 23.4.2013, 20h
Sie sind frei, Dr. Korczak [alternativer Titel: Der Märtyrer]
BRD/IL 1975, R: Aleksander Ford, K: Jerzy Lipman, D: Leo Genn, Orna Porat, Efrat Levi, 99′ 35 mm, DF



Mittwoch, 22.4.2013, 19:30h
The Pianist
Der Pianist
GB/PL/D/F 2002, R: Roman Polański, B: Ronald Harwood nach der Autobiographie von Władysław Szpilman, K: Paweł Edelman, D: Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Emilia Fox, 148′ 35 mm, OF 

Miniretro zu Ehren von Aleksei Yuryevich German im Krokodil


Aleksei Yuryevich German, 20.7.1938-21.2.2013



















Ende Februar ist mit Aleksei Yuryevich German einer der bedeutendsten Regisseure des sowjetischen Films der 1970er Jahre gestorben. Erfreulicherweise widmet das Krokodil diesem Ausnahmeregisseur ab Sonntag nun eine Art Mini-Mini-Retro, die zwei der fünf fertiggestellten und der sechs geplanten Filme zeigt.

Zu sehen sind
Проверка на дорогах (Straßenkontrolle) SU 1971/1986, 98 min, DF (27.4., 18:15h und 28.4., 18h)

Мой друг Иван Лапшин (Mein Freund Iwan Lapschin) SU 1984, 101 min, (DF 21.4. 19h und 28.04., 19:30h / Russische OF 24.4. 19h und 29.4., 19h)

Kino Krokodil – Filme aus Russland und Osteuropa
Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin
Kino: Fon (030) 44 04 92 98 (ab 19 Uhr)
Email: kinokrokodil@email.de
Eintrittspreis: 6,50 €

15. April 2013

3. Nachtschicht: Akamoru - Das dunkle, wilde Begehren.

Bereits seit März kuratiere ich gemeinsam mit Bennet Togler und Philipp Stiasny im Kino Babylon/Mitte die Nachtschicht, die Nachfolgereihe der letztes Jahr zum Sommer beendeten "Freunde des schrägen Films". War deren Programm noch wöchentlich und thematisch orientiert, ist die "Nachtschicht" eine monatliche Umschau in den Archiven des randständigen Genre- und Exploitationfilms. Gezeigt werden historische Kinokopien aus Sammlerbeständen, sowie stets ein Überraschungskurzfilm. Wichtig ist uns dabei weniger die geschmackssichere Zusammenstellung kanonisierter Klassiker, sondern das lustvolle Stöbern nach kaum erschlossenem Material, das auch vom offiziellen Kinemathekenbetrieb meist nicht beachtet wird.

Am 04.Mai verlassen wir nach zwei Expeditionen ins österreichische und italienische Genrekino erstmals den europäischen Kontinent und wenden uns dem japanischen Film der 60er, genauer: dem im vergangenen Herbst bei einem Unfall ums Leben gekommenen, ewigen Kinorebell Koji Wakamatsu zu. Sein Film Akamoru - Das dunkle, wilde Begehren (1967) gehört zu den legendären Ultrararitäten aus Wakamatsus über 100 Filme umfassendem Werk. Nach unserem Kenntnisstand liegt Akamoru in keinem Homevideo-Format vor.

Wir zeigen den Film im Kino Babylon/Berlin-Mitte als historische 35mm-Kopie aus den 60ern mit der deutschen Synchro der damaligen Kinoauswertung. Selbst der gerne mal pingelige film-dienst war seinerzeit nicht völlig abgeneigt und bemerkte so anerkennend wie zurückhaltend: "Würde [Wakamatsu] einmal eine Geschichte geradlinig und diszipliniert erzählen und nicht um jeden Preis eine Schocktherapie verabreichen wollen, so müßte ihm ein bedeutender Film gelingen."

Bereits im Januar lief der Film im Nürnberger KommKino, auf dessen Programmtext ich an dieser Stelle gerne verweise.

12. April 2013

Denis Côté im Arsenal

"No Comfort Zone" ist die Werksschau überschrieben, die das Arsenal Denis Côté widmet und die heute mit Vic+Flo ont vu un ours, einem der interessantesten Filme der diesjährigen Berlinale, eröffnet wird. Ich war mit lange nicht sicher, was ich von Côtés Filmen, in denen eine ziemlich grundsätzliche Gewalttätigkeit steckt, halten soll. Endgültig überzeugt hat mich dann der Film, der am Sonntag läuft, Elle veut le chaos, den ich vor ein paar Monaten nachgeholt habe und dessen malerischer Nihilismus lange nachwirkt; zumindest bei mir.

5. April 2013

It's Always Fair Weather im Arsenal

Damit das hier nicht ganz einschläft: ein kurzer Hinweis auf das derzeit im Arsenal laufende kleine tribute an Cyd Charisse. Heute um 20:00 Uhr wird ihr vielleicht allerschönster Film gezeigt: It's Always Fair Weather von Stanley Donen.

25. Februar 2013

Ab Freitag: Ein Lied um Mitternacht im Arsenal

Nachfolgend ein Ankündigungstext zur Filmreihe "Ein Lied um Mitternacht", die ab dem 1.3. im Berliner Arsenal zu sehen sein wird und an deren Kuratierung und Organisation einige Überbau-Autoren beteiligt sind. Das Programm und weitere Informationen hier.






Ein Lied um Mitternacht
Chinesische Filmgeschichte von 1929 bis 1964
1. bis 31. März 2013 im Kino Arsenal
Die Reihe "Ein Lied um Mitternacht – Chinesische Filmgeschichte von 1929 bis 1964" präsentiert erstmals einen Teil der chinesischen Filmgeschichte, der in Deutschland bislang unsichtbar war. Zum Vorschein kommt dabei eine der reichhaltigsten und vielseitigsten Kinematografien der Filmgeschichte. Die Reihe bildet das chinesische Kino in all seiner Heterogenität und Formenvielfalt in 24 Filmen ab: chinesische Filmgeschichte als ein offenes Spannungsfeld von Traditionslinien und Brüchen, das bis in die Gegenwart hinein das aktuelle Festivalkino prägt.

Seit den 80er Jahren findet der chinesische Film weltweit Aufmerksamkeit. Programmkinos und Festivals feierten Regisseure wie Zhang Yimou, Jia Zhang-ke oder Wang Bing – ihre Filme wurden in den Feuilletons diskutiert. Jedoch meist in der Annahme, dass sich die vermeintlich staatskritische Ausrichtung der Filme grundlegend von dem unterscheide, was ihm historisch vorausging. Mehr noch, dass sein präziser Blick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse eine Befreiung darstelle von einem banalen Kino des Dogmas und der kommunistischen Propaganda.

Mit Blick auf die chinesische Filmgeschichte lässt sich diese Annahme nur bedingt aufrechterhalten. Sichtbar wird stattdessen eine vielseitige, dynamische Nationalkinematografie, die sich einerseits nicht auf eindeutige ideologische Positionierungen reduzieren lässt, andererseits aber da, wo sie sich für propagandistische Anstrengungen einspannen lässt, eine beeindruckende Vielfalt aufweist.

Das Programm stellt Melodramen, Komödien und Krimis des breit gefächerten Star- und Genresystems des Shanghai-Kinos der 30er Jahre – darunter die Filme DAYBREAK (Tianming, China 1933) und LITTLE TOYS (Xiao Wanyi, China 1933) von Sun Yu neben das neue Kino, das nach dem Sieg der Volksbefreiungsarmee 1949 entstand. Selbst diese Filme lassen sich nicht auf die Klischees eines eindimensionalen Propagandafilmschaffens reduzieren. Es finden sich ebenso spielerische, wie filmisch versierte Auseinandersetzungen mit der sozialistischen Umgestaltung des Gemeinwesens. Eine besondere Entdeckung sind dabei zwei Animationsfilme der Zeichentrickpioniere Wan Guchan und Wan Laiming.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Frühwerk des Autorenfilmers Xie Jin. Die ersten beiden Filme von Xie, WOMAN BASKETBALL PLAYER NO. 5 (Nu lan wu hao, Volksrepublik China 1957) und RED DETACHEMENT OF WOMAN (Hong se niang zi jun, Volksrepublik China 1961), verweisen auf eine besonders wichtige Traditionslinie: die Rolle der Frau in der chinesischen Gesellschaft.

2. Februar 2013

Kinoshita-Retrospektive im Arsenal

Die Berlinale beginnt gefühlt bereits heute: mit der Vorführung von Keisuke Kinoshitas Twenty-Four Eyes im Arsenal, Auftakt einer elfteiligen Retrospektive teils innerhab, teils außerhalb des Festivals. In der taz  habe ich über zwei der Filme geschrieben. Zum heutigen Eröffnungsfilm (der digital vorgeführt wird, über die Qualitätdes Transfers weiß ich nichts) gibt es einen schönen, etwas älteren Text von Ekkehard Knörer, erschienen ebenfalls in der taz:
Sein Film ist so konkret wie die 12 Augenpaare, so abstrakt wie das zyklische Entstehen und Vergehen des Lebens in der Natur.

26. Januar 2013

Ab heute Abend: WELT IN WAFFEN im Zeughauskino


Wie an anderer Stelle schon angekündigt, beginnt heute Abend im Zeughauskino das bisher langfristigste Projekt von The Canine Condition: DIE WELT IN WAFFEN. Die Reihe hat sich zum Thema gesetzt, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges als globalen Konflikt zu erzählen. DIE WELT IN WAFFEN wird anhand von Jahrestagen zunächst auf die bekannten Daten aus den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs referieren und dann zunehmend weniger präsentes betonen: Schließlich begleiteten den Zweiten Weltkrieg vor allem in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Aufständen in den kolonialisierten Ländern und zahlreiche Konflikte gingen über 1945 als Zäsur hinaus.
Die erste Filmreihe (vom 26.1.-5.2.2013) widmet sich dem Erinnern an die Kämpfe in der Sowjetunion und dem sowjetischen Sieg bzw. der deutschen Niederlage in Stalingrad. Im April wird eine Reihe zum Aufstand im Warschauer Ghetto folgen.

Auf dem Programm stehen
Samstag, 26.1.2013, 19h
Why We Fight: The Battle of Russia
USA 1943, R: Frank Capra, Anatole Litvak, K: Robert Flaherty, Sprecher: Walter Huston, 83′ 35 mm, OF  
Einführung: Fabian Tietke  

Dienstag, 29.1.2013, 20h
Öffentliche Bilder des Vernichtungskriegs -  Die Deutsche Wochenschau in den Wochen nach dem Überfall auf die Sowjetunion  
Einführung: Fabian Tietke

Samstag, 2.2.2013, 21h
Dvadtsat dney bez voyny Twenty Days Without War
UdSSR 1976, R: Aleksej German, B: Aleksej German, Svetlana Karmalita, D: Yuri Nikulin, Lyudmila Gurchenko, 97′ 35 mm, OmeU
Einführung: Lukas Foerster

Sonntag, 3.2.2013, 21h Mittwoch, 6.2.2013, 20h
Erinnerungsbetrieb Stalingrad
D 1993, R: Thomas Kufus, Konzept: Thomas Kufus, Volker Heise, K: Johann Feindt, Schnitt: Sybille Windt, 76′ Beta SP  

Dienstag, 5.2.2013, 20h
Unruhige Nacht BRD 1958, R: Falk Harnack, B: Horst Budjuhn, D: Bernhard Wicki, Ulla Jacobsson, Hansjörg Felmy, 102′ 35 mm  
Einführung: Fabian Tietke

Im Ankündigungstext heißt es:
"Kein Datum wird im öffentlichen Bewusstsein so sehr mit einer historischen Zäsur gleichgesetzt wie das Jahr 1945. Das Jahr wird in erster Linie als Symbol für die Kapitulation Deutschlands gesehen und die deutsche Niederlage mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gleichgesetzt. Mit Blick auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs wenig präsent ist dabei, dass dieser in anderen Teilen der Welt nach dem Mai 1945 weiterging. So dauerte der Krieg im Pazifik noch bis zu den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und der anschließende Kapitulation Japans Anfang September 1945. Erst im Ende Dezember 1946 erklärte US-Präsident Truman den Zweiten Weltkrieg für beendet. Weniger präsent ist zudem, dass das Jahr 1945, das in Deutschland vor allem als das Ende des Vernichtungsprogramms des Nationalsozialismus und als Datum der Befreiung gesehen wird, in weiten Teilen der Welt eher einen Aufbruch als ein Ende markiert: vom Wiederaufflammen des chinesischen Bürgerkriegs mit der folgenden Teilung in Volksrepublik und Taiwan, über die Häufung von Aufständen vor allem in den französischen und britischen Kolonien mit anschließenden Kämpfen für Unabhängigkeit. Erst in einer globalen Zusammenschau wird das Konglomerat von Konflikten, das der Zweite Weltkrieg war, in seiner ganzen Tragweite – und in seinen weit über die Jahreszahl 1945 hinausreichenden Nachwirkungen – erkennbar."
Näheres zum Projekt und zu den einzelnen Programmpunkten unter weltinwaffen.blogsport.eu

6. Dezember 2012

Scorsese-Retrospektive im Arsenal

Heute beginnt eine nicht komplette, aber umfangreiche Scorsese-Retro im Arsenal. Mit Mean Street, den man natürlich eigentlich nicht verpassen darf.

4. Dezember 2012

Ab morgen: René Vautier im Zeughauskino

Ohne Genehmigung – 05.-12. Dezember 2012 from swyzewite on Vimeo.

Ab morgen läuft im Zeughauskino eine Filmreihe, die in meinen Augen zu den spannendsten und - ja auch das gibt es - verdienstvollsten des Kinojahres gehört: Madeleine Bernstorff und Sebastian Bodirsky haben sich eines der großen des politischen Kinos angenommen und präsentieren bis kommenden Montag unter dem Titel Ohne Genehmigung Filme von René Vautier. Schon eine solche Anzahl von Filmen Vautiers wäre in Deutschland eine Sensation. Die Filmreihe kontextualisiert die Arbeiten Vautiers jedoch auch noch durch Filme aus Algerien, der DDR und Frankreich, die eher noch seltener zu sehen sind. Überdies machen zahllose Filmgäste das Programm zu einer Pflichtveranstaltung für jede_n, der_die sich für die Themenfelder Film, Dekolonialisierung und die politischen Verhältnisse der 1960er Jahre interessiert. Weil alle Filme nahezu gleichermaßen sensationell sind, hier einfach nur der pragmatische Hinweis in eigener Sache: am Donnerstag um 19h stelle ich ein Programm zum Internationalismus der DDR vor. Gezeigt werden die nahezu unbekannte HFF-Produktion zu Henri Allegs "Die Frage" (DDR 1962, 16') an der Alleg selbst mitwirkte und als Hauptfilm Karl Gass "Allons enfants… pour l’Algérie" (DDR 1961,38’). Den Gassfilm hatte ich im Juni schon einmal präsentiert und kann ihn wirklich nur wärmstens empfehlen.

27. November 2012

Ab Donnerstag: Französische Filmwoche

Wie jedes Jahr gibt es auch dieses eine Französische Filmwoche, in der die Ergebnisse der französischen und europäischen Filmförderung laufen. Wie jedes Jahr durchwachsen, aber zwischen dem Yorck-Kino-Arthouse (die Eröffnung mit einem Jane-Birkin-Biopic verheißt nichts gutes) immer mal wieder auch mit gutem Kino.Dieses Jahr sind mir vor allem zwei Dokus ins Auge gesprungen: Frederick Wisemans Crazy Horse über den gleichnamigen Nachtclub und Mariana Oteros Entre nos mains (Into Our Own Hands), ein Film über Frauen in einer Unterwäschefirma, die eine Kooperative gründen. Ansonsten gibts mit De rouille et d'os (Der Geschmack von Rost und Knochen) den neusten Jacques Audiard zu sehen. Und klar Godards 2 ou 3 choses que je sais d’elle (Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß) und Malles Zazie dans le métro (Zazie in der Metro) kann man auch mal wieder gucken, wann man grad Zeit hat.
Da ich das französische Kino in letzter Zeit wegen der häufigen Überproduziertheit in letzter Zeit nicht mehr en detail verfolgt habe, rate ich trotz einiger Skepsis dennoch zum Studieren des Programms.



23. November 2012

Kino Krokodil: Kontraste der Großstadt

Morgen und übermorgen zeigt das Krokodil Filme zur Geschichte von Berlin, Moskau und Leningrad in den 1920er Jahren.

Am Samstag laufen
- Paul Dessau (DDR 1967, Richard Cohn-Vossen, 31') (19:45h)
- Mutter Krausens Fahrt ins Glück (D 1929, Phil Jutzi, 133') Musik: HerrGross & das MutterOrchester (20:30h)

Am Sonntag laufen
 - Walther Ruttmanns Klassiker "Berlin. Die Sinfonie der Großstadt" (D 1927) (15:30h)
- Москва (Moskau) (UdSSR 1927 von Michail Kaufmann, Ilja Kopalin, 78') (17h)
- ein Kurzfilmprogramm mit Filmen der proletarischen Filmbewegung: Phil Jutzis "Blutmai 1929" (D 1929, 9'), Werner Hochbaums "Zwei Welten" (D 1930, 15'), Albrecht Viktor Blums "Im Schatten der Weltstadt" (D 1930, 16') und Slatan Dudows "Zeitprobleme. Wie der Arbeiter wohnt" (D 1930, 13')
- К счастливой гавани. Фильма о западе (Zum Glücklichen Hafen. Ein Film über den Westen) (UdSSR 1929, Wladimir Jerofejew, 64')

20. November 2012

"Die Geige aus Cervarolo" im Moviemento

Morgen findet im Moviemento eine einmalige Vorführung von Nico Guidettis und Matthias Durchfelds "Die Geige aus Cervarolo" (I 2012) statt. Aus dem Ankündigungstext:
"Während des Zweiten Weltkriegs, kurz bevor er selbst an die Front geschickt wird, legt Virgilio Rovali, ein trotz seines jungen Alters im Appennin-Gebirge bei Reggio Emilia bereits bekannter Geiger, seiner Mutter seine wertvolle Geige ans Herz. Er konnte nicht ahnen, was wenige Jahre später das Schicksal seiner Familie sein würde. Virgilio ist immer noch nicht nach Hause zurückgekehrt, als am 20. März 1944 seine und viele andere Familien aus dem kleinen Dorf Cervarolo Opfer eines Massakers werden, begangen von deutscher Wehrmacht mit Unterstützung italienischer Faschisten. Der Film „Die Geige aus Cervarolo“ (Nico Guidetti/Matthias Durchfeld, Italien 2012) dokumentiert die Kriegsverbrecher-Prozesse von Verona aus Perspektive der Überlebenden und Angehörigen der Opfer. Ihnen, die seit über 68 Jahren für Gerechtigkeit kämpfen, gibt der Film eine Stimme. Wir wollen dieser Stimme auch dort ein Gehör geben, wo die verurteilten NS-Mörder bis heute einen ruhigen Lebensabend genießen können, ohne sich für ihre Taten verantworten zu müssen. Die Filmemacher werden bei den Vorführungen in allen Städten zur weiteren Erläuterung der Hintergründe und zur Diskussion anwesend sein."
Mittwoch, 21.11.2012, 19 Uhr, Moviemento, Kottbusser Damm 22